Investoren freuen sich diebisch

Mit Firmen wie Tyco, Qwest und Healthsouth haben Anleger Milliarden verloren. Deren kriminelle Chefs sitzen im Knast. Wer aber nach einem der kolossalen Abstürze investierte, holte happige Renditen. Eine Anleitung, wie Anleger an der Börse von Weisskragen-Kriminellen profitieren.

Der neue US-Finanzminister will die Regeln lockern

Nach den Skandalen um Enron und Co. sollten die strengen Regeln des Sarbanes-Oxley Act die Wallstreet säubern. Nun beklagen Unternehmer und Politiker dessen negative Folgen. Sie wollen das Gesetz lockern.

Das Prozessjahr 2006 in den USA

Von Peter Hossli Für die amerikanischen Prozessanwälte fiel die Bescherung für einmal dürftig aus. Zum Jahresende servierten US-Richter Urteile, die vornehmlich die Investoren freute, die Kläger und deren Juristen ...

Donald Trump – «Es fühlt sich grossartig an, wieder an der Spitze zu stehen»

Ein halbes Jahr lang bemühte sich Hossli.com um ein Interview mit Donald Trump. Ursprünglich wollte der Immobilientycoon nicht mit einer Schweizer Zeitung reden. Zu klein erschien ihm der Markt. Nachdem aber Schweizer Fernsehen DRS die Lizenzrechte von Trumps Reality-Show «The Apprentice» eingekauft hatte und unter dem Titel «Traumjob» ab 17. April ausstrahlt, schwenkte er um – und gewährte ein E-Mail-Interview. «Der Terminkalender von Mr. Trump ist zu voll für ein Treffen», liess Trump seine Assistentin ausrichten. Zum Schreiben hatte der Fernsehstar offenbar auch nicht genügend Zeit. Er beantwortete nur rund ein Viertel der ihm zugesandten Fragen.

Die Galerie des Sündenfalls

2004 ist das Jahr der Wallstreet-Prozesse. Aber es ist noch offen, ob alle fehlbaren Manager vor Gericht kommen. Sie haben die Investoren hunderte von Milliarden Dollar gekostet: Jetzt hocken die Manager von Enron, Worldcom und Co. auf der Anklagebank. Die Ankläger wollen die Edelkriminellen hart anfassen. Anlegern nützt das Spektakel aber wenig.

«Kinder im Schleckwarenladen»

Die Klägeranwälte von geprellten Investoren freuen sich ausgiebig über die faktenreiche Vorarbeit von Eliot Spitzer. Falsche Aktienanalysen kosten die Investmentbanken an der Wallstreet rund 1,4 Milliarden Dollar - vorerst. Mit dem Vergleich ist die Sache nicht ausgestanden. Eine Klagewelle ist im Anzug. Die Forderungen geschädigter Anleger könnten 40 Milliarden Dollar erreichen.

Amerika – das Land der verblassten Rententräume

«Mit 49 können Sie in Rente gehen», versprachen die Banken. Dann kam der Crash. Für alte Amerikaner hat der Börsenkollaps dramatische Folgen. Deren in Aktien angelegtes Altersguthaben hat sich stark dezimiert. Statt in Florida Golf zu spielen, bleiben die Senioren im kalten Norden und braten für McDonald's Hamburger.

Ein Witz

Um private Klagen in den USA zu begleichen, legt die Credit Suisse Group 450 Millionen Dollar zur Seite. Ein einflussreicher Klägeranwalt bezeichnet die Summe als «Witz».

Zwei Sammelklagen sind eine schwere Las

Enron-Kläger fordern 28 Milliarden Dollar. Die CSFB soll eine Schlüsselrolle gespielt haben. In zwei Sammelklagen wird der CSFB und acht weiteren Banken im Fall Enron Betrug und Beihilfe zum organisierten Verbrechen vorgeworfen. CASH sichtete die mehrere hundert Seiten umfassenden Klageschriften. Die Forderungen belaufen sich auf 28 Mrd Dollar.

Und die nächste Klage folgt sogleich…

Gegen die UBS-Tochter PaineWebber ist eine Millionen-Sammelklage eingereicht worden - mit guten Erfolgschancen. Gegen die UBS-Tochter PaineWebber ist in Houston eine deftige Sammelklage eingereicht worden. Sie hatte Enron-Aktien zum Kauf empfohlen, als bereits alle Zeichen auf Sturm standen. Die Schadenersatzforderung für die geschädigten Aktionäre beläuft sich auf mehrere hundert Millionen Dollar.

Bombenblender

Der publik gewordene Atomwaffen-Report bringt vor allem eins ans Licht: George W. Bush ist jedes Mittel recht, um in die eigene Tasche zu arbeiten.

CS-Tipps: Dumm oder kriminell?

So sehen US-Juristen die Ausgangslage im Streit zwischen CS und den Enron-Opfern. Auf rund 60 Milliarden Dollar wird die Enron-Pleite geschätzt. Jetzt suchen die Anwälte der Geschädigten nach zahlungskräftigen Tätern und Mittätern. Dabei ist insbesondere die Credit Suisse First Boston in ihr Visier geraten.

Der grosse Schwindel

Mit diesen Tricks führten die Enron-Manager Analysten und Anleger hinters Licht. Vor Jahresfrist galt der Energiehändler Enron noch als innovativste Firma Amerikas. Jetzt ist er das abschreckende Lehrstück dafür, wie man ein Unternehmen dazu missbraucht, den Aktienmarkt und die Anleger zu melken.

Bosse machen Kasse bis zur Pleite

In den USA häufen sich Firmenzusammenbrüche in beängstigendem Ausmass. Enron ist nicht allein: Reihenweise gehen zurzeit in den USA Firmen Pleite. Und immer haben die Topmanager zuvor tüchtig abkassiert.