Von Peter Hossli (Text) und Pascal Mora (Fotos)

Heute Abend beginnt im Landwassertal das 47. Weltwirtschaftsforum (WEF). Arbeiter bringen letzte Plakate an, putzen Schaufenster, räumen Geschäfte für Firmen, die am WEF für sich werben. So vermietet Schuhhändler Navyboot eine Boutique an das indische IT-Unternehmen Wipro. Das beliebte Café Kaffeeklatsch ist zum «Haus der Russen» geworden, im Café Schneider empfangen Inder Gäste. In der örtlichen Bibliothek hat die Agentur Reuters ihre Büros eingerichtet.
Facebooks WEF-Chalet wird anschliessend wieder abgerissen

Am Chalet vorbei fahren Ortsbusse, auf denen Kasachstan für die Expo wirbt. Auf verschneiten Trottoirs gehen Frauen in Moonboots, ziehen Rollkoffer übers Eis.
Ein Lieferwagen des Aargauer Fischhändlers Bianchi bringt frischen Fisch ins Steigenberger Grandhotel Belvédère, den Party-Hotspot. Von 100 auf 300 Personen hat das Belvédère den Personalbestand erhöht. So organisiert das Hotel Treffen von sechs Uhr morgens bis um Mitternacht.
Sparmassnahme: Es fahren nicht nur neue Shuttlebusse

Aus dem Migrolino-Café auf der Promenade schreitet plötzlich Fotograf Andy Mettler. 37 Jahre hat er für das WEF die offiziellen Fotos beschafft. Da für ihn die Bedingungen nicht mehr stimmten, hörte er letztes Jahr auf. Kaum jemand kennt das WEF besser. «Das WEF ist wie eine Grippe: Sie kommt, sie tut weh, und sie geht wieder.»
Gleich hinter dem Kongresszentrum ist – zumindest – leiser Protest zu sehen. An einem Haus hängen zwei Transparente: mit dem alten Anti-WEF-Slogan «Wipe out Wef» und der Aufschrift «Some people are so poor, all they have is money». Auf Deutsch: «Rottet das Wef aus» und «Einige Leute sind so arm, alles was sie haben ist Geld».