Von Peter Hossli (Text) und Pascal Mora (Fotos) aus Peking

Der Schweizer lädt in China zur grossen Gala. Seine Mission: Die Uhren-Marke Breitling, die er seit 2017 verantwortet, im grössten Luxusmarkt bekannter zu machen.
Pitt und Wu tragen klassisch Schwarz. Kern betritt die Bühne im roten Samt-Jackett. «Als ich hörte, dass Brad und Daniel kämen, ergriff mich Panik», witzelt der selbstsichere Uhrenverkäufer. «Mein Schneider gab mir etwas Buntes, damit ich neben den beiden Herren nicht ganz abfalle.»
Auf der Leinwand flimmern Flieger- und Surfer-Spots von Breitling, die Stimmung ist heiter, die Roben sind elegant. Während der Vorspeise legt Pitt die Fliege ab und hängt das Sakko über den Stuhl. Lässig palavert er mit Kern, nippt am Weissweinglas und tauscht sich mit Modefotograf Peter Lindbergh (73) aus, der die neuste Werbekampagne von Breitling fotografiert hat – wie immer in Schwarz-Weiss.

Zuletzt bittet Kern die Stars auf die Bühne. Wu schildert, wie er in Peking zum Martial-Arts-Kämpfer wurde. «Sei einfach nett zu mir!», witzelt Kern und erntet erneut Lacher. Lindbergh war vor 35 Jahren erstmals hier und fragt: «Wo sind die Millionen von Fahrrädern geblieben?»
Telefone flimmern, Blitze flirren durch den Saal, als Pitt die Bühne betritt. «Wie gefällt dir mein Jackett, Brad?», fragt Kern. Pitt schweigt dezent und wischt ihm einen Fussel von der Schulter. «Ich bin zum ersten Mal in Peking», sagt Pitt, der wegen des Films «Seven Years in Tibet» (1997) in China jahrelang unerwünscht war. «Alles ist grösser, als ich mir das vorgestellt habe.»

Pitt verzieht sich in die Bar, bewacht von Bodyguards. Kern Schweissperlen wischt mit einem Tuch Schweissperlen von der Stirn – und lädt zur Afterparty: «Das war erst der Anfang!»