Von Peter Hossli

Trump gebe sich als das, was er sei: eine Comicfigur. Das Geld fliesse nicht in den Wahlkampf, sondern auf sein privates Konto. Gierig bereichere er sich an seiner Zeit im Weissen Haus.
Nun, ein Pionier ist Trump nicht. Raffgier gehört genauso zu Ex-Präsidenten wie Agenten, die sie schützend umzingeln. Im Angebot haben alle das Gleiche: Ruhm und Bekanntheit als Politiker.
Niemand ist erfolgreicher als das Ehepaar Obama, bestehend aus Ex-Präsident Barack (61) und First Lady Michelle (58).
Schneller als alle vor ihnen münzen sie die Jahre in Washington in Millionen um. Ihr Medienkonzern heisst Higher Ground Productions – erhabene Produktionen.

Das wirkt eleganter, als wenn Trump ungehobelt den Sheriff im alten Westen gibt. Letztlich ist es das Gleiche. Beide Teams verwandeln politische Marken in Unterhaltungsprodukte, ja in Kitsch.
Die Obamas wissen um ihre Ausstrahlung. Lancieren sie Buch oder Film, erscheinen diese in mehreren Sprachen, begleitet von Podcasts und unkritischen TV-Interviews. Zu ihren Kunden zählen Spotify und Netflix. Ihre Memoiren verkauften sie zusammen für 65 Millionen Dollar – ein Vielfaches des Rekords. Ex-Präsident Bill Clinton (76) kassierte für «My Life» 15 Millionen. Aktuell erhalten Ex-Präsidenten eine jährliche Rente von 220 000 Dollar.
Doch bereits der 18. US-Präsident, Ulysses S. Grant (1822–1885), verschönerte sich den Lebensabend mit Memoiren, die zu Bestsellern wurden. Gerald Ford (1913–2006) war der erste Ex-Präsident, der für Auftritte hohe Honorare annahm. Rekordhalter in dieser Sparte sind Bill und Hillary Clinton (75). Mit Reden nahmen sie über 150 Millionen Dollar ein.
