Von Peter Hossli

Henk Brink suchte das Abenteuer. Zusammen mit einem Freund rüstete er dessen Helikopter um. Zu zweit flogen sie zehn Tage lang über die einsamen Weiten Alaskas.
Zur Welt kam er am 24. März 1939 im norddeutschen Husum, als Sohn eines Niederländers und einer Deutschen. Wegen des drohenden Krieges fürchtete sich die Mutter, das Kind in den Niederlanden zu gebären. Sie reiste zu ihren Eltern und ging nach der Geburt mit dem Baby zurück in die niederländische Stadt Zeist bei Utrecht.
Schon als Junge wollte Henk abheben. Mit 15 Jahren war er der jüngste niederländische Segelflugpilot. Später liess er sich zum Linienpiloten ausbilden und flog für die KLM. Er kam 1964 in die Schweiz und sass bis zu seiner Pensionierung im Cockpit verschiedener Swissair-Maschinen. Zuletzt steuerte er Jumbojets – als Fluglehrer, Check-Pilot und Kapitän der B-747-Flotte.
Auf einem Flug von New York nach Genf lernte er im August 1988 die Maître de Cabine Maggie Stalder kennen. Der Vater zweier erwachsener Töchter war in Scheidung, und sie hatte sich eben von ihrem Partner getrennt. Die beiden heirateten und flogen nun oft zusammen, er vorne, sie führte die Kabine. «Wir hatten 32 wunderschöne, unvergessliche Jahre zusammen», sagt sie. Das Paar reiste, spielte Tennis und Golf, kaufte sich ein Haus in Florida, wo es die letzten zwanzig Winter verbrachte. Er las Science-Fiction-Romane und wissenschaftliche Sachbücher. Am 15. März 2020 kehrten sie aus Sarasota am Golf von Mexiko in die Schweiz zurück. Vermutlich auf der Reise steckten sich beide mit dem Coronavirus an. Am 31. März musste er ins Spital, sie ging zu Hause in Quarantäne. «Wir sahen uns nie wieder. Es gab keinen Abschied», erzählt seine Frau. Am 15. April ist Henk Brink in Zürich an Covid-19 gestorben.

61 Jahre lang lebte sie in derselben Wohnung beim Museum Rietberg in Zürich. Sie pflegte die Hausbesitzerin, die ihr zum Dank das Haus vererbte. Mit 90 zog sie in ein Pflegeheim. Dort brach sie sich ein Bein. Ein Corona-Test im Spital fiel positiv aus. Maria Caduff wurde nicht mehr operiert. Sie ist am 7. November an Covid-19 gestorben.