Von Peter Hossli

Paul* (7) war in Apulien (I) in den Ferien. Dort erhielt er eine gelb-weisse Bademütze aus Stoff. Sie spannt weniger als die Kappe aus Gummi, die Paul bisher am Zürcher Schulhaus Altweg beim Schwimmen trug. Er nahm die italienische Kappe mit heim. Sie würde ihn nicht schmerzen.
Das Badeglück der beiden Zürcher Kinder endete jäh in der ersten Schulwoche. Italienische Kappen – bequem, praktisch, schön – sind in Zürich verboten. «Diese Badekappe darfst du nicht tragen», befahl Linas Schwimmlehrerin im Zürcher Quartier Seefeld. Sie soll sich bei ihr eine neue kaufen – für drei Franken. Als Lina eine Woche später ein zweites Mal mit der italienischen Kappe im Bad erschien, stellte die Schwimmlehrerin sie vor der Klasse bloss. Sie sagte: «Linas Badekappe ist aus Stoff, das ist schlecht für euch!» Lina errötete.

Kappen halten Haare von Filtern fern. Wer sie trägt, den lenken nach dem Tauchen keine tropfenden Strähnen vom Schwimmen ab. Beide Ansprüche erfüllen italienische Mützen ebenfalls tadellos.
Ob Zürichs Schulkinder überhaupt Badekappen überziehen müssten, liege in der Kompetenz der Schwimmlehrer, sagt Ralph König (47) von der Abteilung Schulsport im Sportamt der Stadt Zürich. «Die meisten sind für das Tragen von Badekappen.» Zumal dann die Haare kleine Schwimmer weniger störten. Ein spezielles Modell schreibt das Sportamt jedoch nicht vor.
* Namen der Redaktion bekannt