Von Peter Hossli (Text) und Sabine Wunderlin (Foto)

Öffentlich etwas sagen? Das tönt, als trete sie demnächst ab.
Zehn Tage später tut sie es würdevoll und charmant – die Wahlniederlage ihrer Partei lächelt sie weg. Sie sagt, sie habe bereits früher entschieden, nach acht Jahren im Bundesrat auszuscheiden. Man hätte es ahnen können. Beim Interview Ende Mai hängt in ihrem Büro anstelle des Narren-Bildes von Alois Carigiet ein abstraktes Gemälde. Der Name des Künstlers fällt ihr nicht ein. Der Clown werde restauriert, danach bleibe er in Chur, sagt sie. Klar war da: sie geht.
Denn der Harlekin ist ihr Symbol, Glücksbringer und Begleiter. Er verdrängte 2008 Hodlers «Holzfäller» aus dem Büro von Christoph Blocher (75) – als sie ihn verdrängte. Ihre Wahl spaltete die Schweiz. Jetzt ist Widmer-Schlumpf weg. Andere müssen nun dafür sorgen, dass wieder Ruhe einkehrt.