Von Peter Hossli (Text) und Yann Castanier (Fotos)

Es ist warm an diesem Sonntagabend, Paris erwacht aus der Schockstarre. Plötzlich explodieren Knallkörper. «Schüsse, Schüsse», schreit die Menge. Dann: Panik am Ort der Trauer. Hunderte trampeln über brennende Kerzen. Bis die Polizei entwarnt: falscher Alarm!
Zwei Stunden später ist der Platz wieder voll mit Trauernden. In einer Nebenstrasse essen Polizisten belegte Baguettes, trinken Evian. Es ist erstaunlich, wie zurückhaltend Frankreich in Paris auf den Terror reagiert. Sichtlich bemüht ist der Staat, nicht zum Polizeistaat zu werden und die Normalität zu wahren.

An vielen Orten aber – an Bahnhöfen, vor Strassencafés, in Parks – schaut die Polizei nur von weitem zu. Die Devise: Frankreich trotzt dem Terror, indem freie Bürger frei bleiben.