Von Peter Hossli

Jedem sei nun klar, was in der Ukraine geschehe. Bis an die Zähne bewaffnet seien die Separatisten dort, «dank russischer Hilfe». Die Verantwortung liege bei Russlands Präsident Wladimir Putin (61). «Letztlich hat er die Kontrolle über die ganze Situation», sagt Obama. «Zumindest bisher hat er es versäumt, sie wahrzunehmen.»
Obama mahnt die Europäer: Direkt an ihren Grenzen tobt Krieg. Dieser betrifft die ganze Welt. Und nur Putin kann ihn stoppen. Einen «Weckruf für Europa» nennt Obama daher den Abschuss. Er hofft wohl, es sei ein Wendepunkt für die Europäer.

Beim letzten EU-Gipfel lehnten Italien, Griechenland und Holland härtere Sanktionen gegen Russland klar ab. Obwohl Putin die Ukraine zerstückelt. Auf Flug 17 starben 193 Holländer.
Europa müsse «endlich die Führung übernehmen», wettert die einstige US-Aussenministerin Hillary Clinton (66). «Der Flug begann in Amsterdam und führte über europäisches Territorium», sagt sie. «Eigentlich sollte es in allen Hauptstädten Europas grosse Empörung und laute Aufschreie geben.»
Doch es bleibt ruhig. Gestern telefonierte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (60) mit Putin. Als wären sie Partner, forderten sie gemeinsam die «rasche Klärung» des Unglücks sowie freien Zugang für internationale Experten zur Absturzstelle in der Ostukraine.

Der Krieg in der Ukraine gehört Putin. Russland bezahlt ihn. Der Kommandant der Separatisten war einst russischer Spion. Es geht um die Zukunft Russlands. Putin und seine Getreuen entstiegen dem KGB, dem sowjetischen Geheimdienst. «Gewinnt Putin in der Ukraine», so das «Wall Street Journal», sei «die Demokratie in Russland verloren» – eine Diktatur vor den Toren Europas.
Sollte Russland tatsächlich hinter dem Abschuss stehen, müssten Obama und Europa handeln. Denn passiert wieder nichts, starben 298 Menschen vergeblich.