Von Peter Hossli

Elegant und detailreich legte Obama danach dar, was er in der zweiten Amtszeit vorhat. Das Steuersystem will er reformieren, den Staat effizienter gestalten. Er setze sich für bessere Schulen ein und versprach: «Wir reagieren auf die Gefahren des Klimawandels.»
Geeint sei Amerika stark geworden. Einheit sei nun nötig, um sich künftigen Aufgaben zu stellen, sagte er – und verbreitete Zuversicht. Ein Jahrzehnt der Kriege gehe zu Ende. Das Land erhole sich von der Wirtschaftskrise. «Solange wir zusammenstehen, meistern wir alles.»
Mit Pathos verlas er die «Aufgaben unserer Generation»: Endlich müssten Frauen gemäss ihren Leistungen entlöhnt werden, Schwule und Lesben gleiche Rechte erhalten. Was heisst: Homosexuelle Ehen sollen landesweit legal werden. Stundenlanges Warten vor Wahlurnen dürfe es nicht mehr geben. Immigranten sollten die USA als offenes Land erleben. Zuletzt erinnerte er an das Massaker von Newtown: «Kinder müssen künftig überall sicher sein.»

Der Präsident schloss die Augen beim Gebet von Bürgerrechtlerin Myrlie Evers-Williams (79), freute sich am Gesang eines Kirchenchors aus Brooklyn, strahlte, als Kelly Clarkson (30) «My Country, ’Tis of Thee» anstimmte. Und stand auf zur Nationalhymne der Soulsängerin Beyoncé (31).
Gut erholt gesellte sich Aussenministerin Hillary Clinton (65) unter die Gäste. Sie kam mit Gatte Bill (66), dem beliebtesten noch lebenden Ex-Präsidenten.
Wie schon vor vier Jahren sorgten Obamas Töchter Malia (14) und Sasha (11) mit bunten Mänteln für die Farbtupfer. Sichtlich genossen sie die Party ihres Vaters.