Observations by Peter Hossli, a curious reporter who always finds a good story

The Presence of Magazines

Apple’s iPad will launch at the end of March, and it is going to revolutionize that way we consume media. All over the world, magazines are embracing the new opportunities to bring digital content to their readers. Here is a selection of approaches:

Wired

Sports Illustrated

The Presence of Advertising

The advertising industry experiences a fundamental shift. Ads are rapidly moving from print and television to online media. In this radio interview with Brian Lehrer, Dow Jones reporter Ty McMahan talks about which companies are doing online commercials right, and what trends are already here. Not to be missed.

Google Knows Ads

Sure, Google might have morphed into an unpleasant giant. The search company wants to know who you are. Their slogan “don’t be evil” seems to be “bullshit“, as Apple CEO Steve Jobs puts it. Google wants to control the world, some say.

But Google surly does know advertisement. At last week’s Super Bowl, the ad company ran a commercial for it’s search engine. It’s a one-minute love story that left me sobbing. Check it out:

Begegnungen 2009

Journalistische Geschichten sind gut, wenn sie aktuelle Themen mit Menschen plausibel darstellen. Möglich werden solche Geschichten durch persönliche Begegnungen. Als Reporter bin ich jenen Menschen zu grossem Dank verpflichtet, die mir Zeit geben und Fragen beantworten.

Eine Auswahl von Begegnungen im Jahr 2009:

Auf eine Zigarre mit Marc Rich

rich_begDer Financier Marc Rich nennt die Ehe mit Gisela Rossi in einem Buch seinen zweitgrössten Fehler. Der Milliardär lud mich zum Lunch in sein Chalet nach St. Moritz ein. Dort zeigte er Reue. «Den Kaffee trinken wir im Wohnzimmer», sagt Rich. Für die Haushälterin ein Zeichen, ihm eine Siglo II zu bringen, eine kräftige kubanische Cohiba-Zigarre. Drei bis vier Cohibas rauche er täglich, sagt er. Zigarrenschneider und das rosa Feuerzeug sind aus Plastik. «Wollen Sie auch eine?», fragt er. «Schon, aber ich sollte mitschreiben, was Sie sagen.» «Sie können sicher beides, rauchen und arbeiten.» Sein Charme obsiegt. «Okay, ich nehme eine.» Mehr

In Köln mit Ausnahmepilot Chesley Sullenberger

hossli_sullenbergerbegEin Ausnahmekönner sieht so aus: schütteres weisses Haar, schlaksiger Rumpf, schläfrige Augen. Der Händedruck ist schlaff. Er heisst Chesley Sullenberger, ist 58 und Pilot. Gänse verklemmten kurz nach dem Start vom New Yorker Flughafen La Guardia seine beiden Triebwerke. Er landete den Airbus auf einem Fluss. Alle Insassen überlebten. Das Kunststück vollbrachte er am 15. Januar 2009 um 15.30 Uhr auf dem Hudson, einem mächtigen Strom, der entlang der Häuserschluchten New Yorks in den Atlantik mündet. Ein knappes Jahr später empfängt Sullenberger in Köln Reporter. Seine Autobiografie «Man muss kein Held sein» erschien eben auf Deutsch. «Hallo, ich bin Sully», stellt er sich mit seinem kindlichen Kosenamen vor. Hat er den Rhein gesehen? «Ja, es wäre um einiges schwieriger, darauf zu landen», gesteht er. «Der Rhein ist schmaler als der Hudson und es hat hier viel mehr Brücken.» Mehr

Auf Besuch bei Urs und Ansta in Namibia

ursbegAn der Wäscheleine hängen feuchte Hosen und Hemden, am riesigen Himmel aufquellende Wolken. Es ist heiss. Eine Hündin stillt Welpen. Daneben gedeihen in einem Beet Spinat und Schnittlauch, Basilikum und Peperoni. «Alles, was im afrikanischen Sand so wächst», sagt Urs Gabathuler, ein blonder, blauäugiger Maurer aus der Schweiz, der hier in der nordnamibischen Stadt Outjo daheim ist. Er baut sein Haus wieder auf, das letzten Mai niederbrannte. Aus dem Innern des Rohbaus dringen Stimmen von Arbeitern. Gabathuler, der Shorts und T-Shirt trägt, führt den Reporter in einen feuchten Raum. «Hier ist alles passiert», sagt er und spricht die unfassbare Tat an, bevor er dazu befragt wird. Am 4. Mai frühmorgens stieg ein Angestellter Gabathulers ein, tötete die beiden Söhne des Schweizers sowie seine Schwägerin. Nach der Bluttat zündete er das Haus an. Am selben Tag fasste die Polizei den Mörder. Wie können sie wieder bauen, wo alles geschah? Wie können sie leben, wo die Kinder starben? «Ob ich das jemals wieder kann, weiss ich nicht», sagt Urs. Er baut hier, weil die Versicherung sonst nicht bezahlt hätte. «Wir ziehen erst einmal ein – wenn wir es nicht aushalten, gehen wir woanders hin.» Mehr

In Bern mit UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villger

villigerbegAls Hoffnungsträger übernahm der ehemalige Finanzminister Kaspar Villiger (68) Mitte April das Präsidium des Verwaltungsrats der angeschlagenen Crossbank UBS. Beim Interview in einem Büro in Bern bat der Verwaltungsratspräsident der Grossbank UBS  die Öffentlichkeit um Geduld. Künftig stehe der Kunde, nicht der Bonus im Zentrum. «Herr Villiger, was ist das Beste am Vergleich zwischen den USA und der Schweiz?» Kaspar Villiger: Aus Sicht der UBS, dass der Mühlenstein an unserem Hals weg ist. Aus staatsbürgerlicher Sicht, dass alles rechtsstaatlich gelöst wird. «Die Schweiz jubelt, die USA jubeln. Das macht misstrauisch.» Villiger: Kompromisse sind gut, wenn beide Parteien Hurra rufen oder sich beklagen. Hauptsache, sie sagen das Gleiche. Die US-Steuerbehörde hat ein Interesse, den Vergleich propagandistisch zu nutzen, um Druck zu machen. Der Druck richtet sich aber nicht mehr gegen die UBS. Mehr

In der Villa von Igor Olenicoff

igorbegZwei oxidierte Kupfertore trennen die von Palmen gesäumte Quartierstrasse von der mediterran anmutenden Villa an der Ostküste Floridas. Ratternd öffnet sich die rechte der grünlichen Pforten. Galant winkt Igor Olenicoff den Mietwagen der Reporter auf den Vorplatz des Hauses in Lighthouse Point. Vom Strandstädtchen zwischen Fort Lauderdale und West Palm Beach fahren Millionäre ihre Motorjachten aus. Olenicoff, 67, ist längst kein Millionär mehr. Auf 1,7 Milliarden Dollar schätzt Forbes das Vermögen des Immobilientycoons, der rund 11 000 Mietwohnungen in Kalifornien, Florida und Nevada besitzt. «Ich habe viel mehr Geld», sagt Olenicoff. Wie viel? Das sagt er nicht. Er ist client number one im Steuerstreit zwischen der UBS und den USA. Mattblaue Augen leuchten aus dem verschmitzten Gesicht. Die obersten zwei Knöpfe des kleinkarierten Hemds sind offen. Er trinkt Kaffee. Die Wände der Villa sind geschmückt mit Ölgemälden. «Bilder, die es nicht auf meine Jacht oder in das Haus in Kalifornien geschafft haben», sagt der Kunstsammler. Mehr

Mit Barack Obama an der Amtseinführung

inbegLos geht es um fünf Uhr früh, eine Stunde später als der Concierge am Abend vor dem geschichtsträchtigen Eid riet. «Zwei Millionen fahren per Bahn in die Stadt, das dauert», warnte er. «Ziehen Sie sich warm an.» Minus zehn Grad Celsius zeigt das Thermometer um fünf. Zwei Paar Socken sind angezogen, ebenso Thermounterwäsche, über Hemd und Anzug eine Daunenjacke, dazu Schal und Wollmütze. Zum Frühstück gibt es Müesliriegel. Unverhofft strahlt vor dem Hotelzimmer das hoffnungsvolle Gesicht von Barack Obama. «Ein historischer Tag», titelt «USA Today», das Blatt liegt vor der Tür. Selbstsicher und einnehmend lacht der neue Präsident von einer Fotografie herab. «Heute übernimmt Obama die Macht», schreibt die Zeitung. Mehr

Auf der Ranch von Bushs Nachbar

bushbeg1Gross war die Euphorie im 705-Seelen-Kaff Crawford, als mit George W. Bush einer der Ihren zum Präsidenten gewählt wurde. Die hoffnungsvollen Träume von einst sind geplatzt, Ernüchterung hat sich breitgemacht. Eine Diagnose vor Ort. An der Primarschule trafen sich Billy Lu und Keith Lynch, beide 71. Seit 52 Jahren sind sie verheiratet, haben drei Kinder, fünf Enkel. Vier Meilen vom Stadtzentrum entfernt, an der Prairie Chapel Road, halten sie Schafen, Ziegen und Pferde. Just stoppen ein Minivan und zwei Geländewagen. «Wo geht es zum Präsident?», röhrt der vorderste Fahrer. «Geradeaus, drei Meilen», sagt Lynch und winkt gefällig. «Zu sehen gibt es nichts.» Ihr Idyll platzte als Bush einzog, sagen die Lynchs, Nachbarn des Präsidenten. Fuhren früher täglich drei Autos vorbei, seien es zeitweise Hunderte gewesen. Ständig hämmerten Helikopter über ihr Dach. Keith zog Autos von Fahrern aus den Gräben, die enge Strassen nicht gewohnt sind. «Hoffentlich hört das nun auf, Verkehr macht mürbe.» Mehr

Das Jahr, das war - alle Artikel von 2009

Fotos: Sebastian Derungs, Per-Anders Pettersson, Charly Kurz, Stefan Falke

Building Minarets in Zurich

After Swiss voters have supported a referendum proposal to ban the building of minarets at the end of November, photographer Robert Huber – a close friend of mine – began to build minarets all over Zurich. Today Swiss Television had a good report about Robert’s clever approach to launch a discussion. Food for thought.

Click on the icon below (in German):

What People do To Be on TV

statedinnerAs the White House released a photograph of a face-to-face encounter between President Obama and the couple who sneaked into a state dinner last Tuesday, the New York Times has a good story to report. It seems as if Michaele and Tareq Salahi of Virginia just wanted to make it into a reality show.

The Times calls them “aspiring reality-show celebrities”, two folks who really wanted to be on TV. For weeks they were on a trial run to join the cast of “The Real Housewives of D.C.”, a Bravo show. The couple was filmed right before they went to the state dinner at the White House. They were probably hoping that the act would give them a spot on the show.

This seems to be a classic “Life the Movie” moment. Back in 1999 author Neal Gabler describes in his book Life the Movie: How Entertainment Conquered Reality, how low-brow entertainment overtakes reality in the United States. People act as their lives are moves. Gabler: “It is not any ism but entertainment that is arguably the most pervasive, powerful, and ineluctable force of our time–a force so overwhelming that it has finally metastasized into life.”

To Tweet or Not to Tweet

twitter1A couple of weeks back Twitter was used from inside Fort Hood to report news about the shooting on a military base. Some of the tweets turned out to be wrong. Brian Lehrer discusses the role of social media with Paul Carr, columnist for TechCrunch and author of Bringing Nothing To The Party, and Jeff Jarvis, professor at the CUNY Graduate School of Journalism and author of the blog BuzzMachine.com.

Falscher Doktorvater

geigerHans Geiger (66) darf nicht mehr mit der Presse über seinen Auftrag sprechen, die Rolle der Finanzmarktaufsicht in der UBS-Krise zu prüfen. Diesen Maulkorb erhielt der emeritierte Bankenprofessor letzte Woche.

Journalisten hatten eine angeblich berufliche und akademische Verbandlung zur Unternehmerin Adriana Ospel (34) ausgemacht. Dabei trifft Geiger die Gattin von Ex-UBS-Chef Marcel Ospel (59) «ein bis zwei Mal» jährlich zur Beiratssitzung ihrer Consultingfirma Adbodmer.

Zuerst «Das Magazin», dann vor Wochenfrist der «Sonntag» glaubten überdies zu wissen, Geiger sei ihr Doktorvater. «Mein Doktorvater ist Rudolf Volkart», korrigiert sie jetzt Adriana Ospel.

Bloomberg Wants to Rule the Planet

bloomberghToday, the New York Times published a highly interesting story on how Bloomberg LLP wants to become the world’s most influential media company. While publishing giants like Condé Nast, Time Inc., or the New York Times Company have to lay off people by the thousands, Bloomberg is hiring and expanding. It now has a bigger editorial staff than The New York Times or the Wall Street Journal.

Why is that? The New York Times points to the following reasons:

• Bloomberg has deep pockets, and makes wise investments.

• Bloomberg revamps their websites into services that appeal to a more general audience.

• Bloomberg is privately held, which excludes it from Wall Street’s pressure to grow on a quarterly basis.

Read the entire New York Times story here

Twitter-Jimmy?

obama_twitterPresident Barack Obama got a thumpin’ last night. Republicans swept the top races in U.S. regional elections.

Christopher Christie, a Republican former United States
attorney, won the race for governor over the incumbent, Gov. Jon Corzine. Obama’s support didn’t help Corzine.

Robert McDonnell, a Republican and a former state attorney
general, won a decisive victory in Virginia’s governor’s race
Tuesday. Before, Democrats held have held control in that state for the past eight years.

One wonders whether Barack Obama’s magic has worn off after less than one year in office. U.S. voters seem to have realized that his superior style does not generate real results.

Should this trend continue, Democrats face a debacle in next year’s mid-term elections. If the Republicans come up with a strong candidate – a Ronald Reagan type – they might be able to unseat Obama in 2012.

Is all style but no substance already history? Obama might go down as “Twitter-Jimmy” – in reference to his constant use of New Media, and the once hopeful but eventually short presidency of Jimmy Carter.

Obama has shown that he understands New Media as a great marketing tool. But as everybody else he’s not been able to turn it into real value.

It’s easy to tweet but hard to govern.

A footnote. Jimmy Carter got his Nobel peace price for hard work many years after leaving the White House. Obama got his this year for, well, not much at all.

Wo ist die Polizei?

kuesnachtSeit bald einem Monat bin ich in der Schweiz. Die Zeitungen berichten vornehmlich über Tennisass Roger Federer – und über Gewalt. In München schlagen drei Schüler aus Küsnacht grundlos mehrere Passanten spitalreif. Bei Schlägereien in Basel und Zürich erleiden junge Männer lebensgefährliche Verletzungen. «Auto-Prügler» verhauen in St. Gallen einen Maurer. Die Liste wäre noch länger.

Wo aber war bei diesen Attacken die Polizei? Was macht die Polizei?

Die einzigen uniformierten Beamten, die man in Zürich oder Baden, in Basel oder St. Gallen öfters sieht, schreiben Strafzettel für Falschparker. Die anderen sitzen wohl in Amtsstuben und verfassen Berichte. Offenbar ist kaum jemand auf Patrouille. Und wenn, dann anonym hinter Fensterscheiben in Streifenwagen.

Das ist in Deutschland scheinbar nicht anders. Eine halbe Stunde lang sollen die Küsnachter Schläger in München unbesehen ihren Opfern nachgestellt und auf sie eingedroschen haben. Warum schritt die Polizei nicht ein? Wo war sie?

policeDa bin ich mir anderes gewohnt. In New York ziehen Polizisten unaufhörlich zu Fuss durch die Strassen. Zu zweit patrouillieren sie meist gutgelaunt, sei es in einem Familienquartier in Brooklyn, in der Bronx oder bei Touristen am Times Square. Sie geben sich freundlich, mampfen bei Hunger Hot Dogs. Sie sind aufmerksam, bestimmt und selbstsicher. Vor allem aber sind sie da, für alle gut sichtbar.

Das verbreitet Sicherheit.

Vor ein paar Jahren geriet ich in New York beim Stadthaus beinahe in eine wüste Schlägerei. Ein befreundeter und kräftiger Künstler stellte einem Kerl nach, der mich versehentlich angerempelt hatte. Zur Schlägerei kam es nicht. Nach wenigen Sekunden schon waren zwei besonnene Cops zur Stelle, welche die Raufbolde trennten und sie rasch beruhigten. Verhaftet wurde keiner, alle zogen friedlich davon. Der Abend war gerettet.

Zu dieser Anekdote gehört eine Erfolgsgeschichte. Die in den neunziger Jahren verstärkte Präsenz von Polizeipatrouillen hat die Kriminalitätsrate in New York minimiert. Aus der einst gefährlichen Stadt wurde eine der sichersten Metropolen der Welt. Nicht wegen Rambos, sondern dank Cops, die man in den Quartieren kennt und schätzt – und die dann einschreiten, wenn sie gebraucht werden.

Wäre das Modell für Europa tauglich? Vielleicht. Sicher ist, dass Strafzettel für Falschparker nicht vor Körperverletzungen bewahren. Ein Polizist aber, der eine Schlägerei stoppt oder sie gar verhindert, kann das.

Bild: Stefan Falke

Das wars – 33 Geschichten

interviewsSeit 1998 berichte ich aus den USA. Dabei habe ich versucht, mit Reportagen, Interviews und News-Geschichten ein oft missverstandenes Land begreifbar zu machen.

Der Absturz der Swissair-Maschine Flug 111 brachte mich mehrmals nach Halifax. Ich berichte über den Internetboom, das amerikanische Rechtssystem, das Drama um Präsident Bill Clinton, Praktikantin Monica Lewinsky und Sonderermittler Kenneth Starr, das Wahldebakel in Florida, den Aufstieg eines Gouverneurs aus Texas, 9/11, einen globalen Handelskrieg um Kleiderbügel, die Vorbereitungen auf den Irakkrieg, die Präsidentschaftswahlen von 2004 und 2008, über Banken, Technologie, die Grosse Rezession und Bradley Birkenfeld.

Getroffen habe ich den iPod-Erfinder, verfemte Eiskunstläuferinnen, Mafiajäger, Weisskragenkriminelle, Künstler, Musiker, amerikanische Zeitungs- und arabische Fernsehleute, Luxusbestatter und Gefängniswärter, Trump, Spock, Redstone, King, Ali, Cash, Sexpuppen- und Bombenfabrikanten, Fortpflanzungsmediziner und Boxer und Gauner, Fussballer und Footballer, Professoren und Pokerköniginnen, Börsianer und Prediger – und Robert Frank.

Nun ziehe ich nach Europa und hoffe, dort ebenso gute Geschichten zu finden.

Ein Rückblick mit 33 Highlights:

2009

“Steve Jobs is an Industrial Beethoven”

Great leaders are obsessed to build something exceptional, Jim Collins says. The American management guru talks about paranoia, turbulent times and his admiration for Beethoven and Steve Jobs.

“Eine Beleidigung der Ureinwohner Amerikas”

Der Häuptling der Havasupai-Indianer in Arizona spricht über den Indianer-Vergleich des deutschen Finanzministers Peer Steinbrück.

Bush – um Himmels willen!

Gross war die Euphorie im 705-Seelen-Kaff Crawford, als mit George W. Bush einer der Ihren zum Präsidenten gewählt wurde. Die hoffnungsvollen Träume von einst sind geplatzt, Ernüchterung hat sich breitgemacht. Eine Diagnose vor Ort.

2008

Marx hilft nicht

Wenn die Prognosen von Ökonomen und Managern nichts taugen, braucht es Historiker: Princeton-Professor Harold James über die Dauer der Krise, den Vergleich mit der grossen Depression – und die Rettung durch China.

Il Lato Variabile Del Destino

Ricevono 162 dollari al mese in buoni alimentari. Al posto della casa, una tenda. L’ultimo simbolo della peste immobiliare è Tent City, la metropoli dei senzatetto.

“Ich bin ein Opfer meiner Zeit”

Er wurde zum Symbol für die unersättliche Gier der Bosse: Dennis Kozlowski, CEO des US-Konglomerats Tyco, der einst pro Jahr 200 Firmen zusammenraffte und auf Tyco-Kosten rauschende Feste feierte. Steuerbetrug und unanständig hohe Boni brachten ihm 25 Jahre Haft. Ein Besuch im Zuchthaus.

2007

“Ich wars, Tommie Smith”

Mit der Goldmedaille am Hals reckte Tommie Smith die Faust zum Himmel: Eine einzige Geste machte den schwarzen Sprinter 1968 unsterblich. In den vierzig Jahren seither wird er täglich darauf reduziert.

Fight Club

Treten, würgen, schlagen. Bei den brutalsten Kämpfen der amerikanischen Freestyle-Fighter ist fast alles erlaub. Ist das wirklich noch Sport?

Unser Mann in New York

Peter Maurer ist der Schweizer Uno-Botschafter in New York. Ohne grosse Töne zieht er Fäden, bahnt Kontakte an und arbeitet zwanzig Stunden.

2006

Città in panne

Anderson nell’Indiana fino al 1999 ha vissuto grazie alla General Motors. Oggi è abitata soprattutto da anziani ex dipendenti. Ma la crisi dell’industria rischia di trasformarla in un villaggio fantasma.

Dass sie nicht lacht

Sie und ihre Familie haben 21,9 Millionen Dollar aus dem Schweizer Bankenvergleich erhalten, Anfang Woche musste ihr Österreich fünf Klimt-Gemälde zurückgeben: Wo andere glorios feiern würden, fragt Maria Altmann den Besucher: «Wollen Sie noch etwas zu essen?»

Inseltraum

Für Trinidad & Tobago kommt die WM im richtigen Moment. Fussball eint und ist das beste Mittel gegen Korruption und Gewalt.

2005

“Ich bin besser als die Natur”

Wünschen Sie sich einen Sohn? Jeffrey Steinberg erfüllt Ihnen den Wunsch. Oder hätten Sie doch lieber eine Tochter? Kein Problem. Der amerikanische Arzt pflanzt Ihnen eine Eizelle mit dem richtigen Chromosom ein. In der Schweiz müsste er dafür ins Gefängnis.

So wird Ihr Kind ein Kapitalist!

In Florida lernen Kinder in einem Vergnügungspark, wie man möglichst viel Geld verdient. Sie wickeln Babys, sie löschen Brände, sie verhaften Verbrecher.

Und Gott griff in die Tiefkühltruhe

Tausende Embryonen lagern in den USA gefroren in Röhrchen. Forscher wollen daraus Stammzellen gewinnen. Für fromme Amerikaner ist das Mord: Sie adoptieren die Zellklumpen – und ihre Frauen tragen sie zu Babys aus.

2004

Mein Gott, Walder!

Ein kleiner Schweizer Banker wollte in New York groß rauskommen. Da klaute er 75 Millionen und kaufte ein Schloss.

Kinder des Mondes

Sie leben tagsüber hinter verdunkelten Fenstern, sie dürfen nur nachts ins Freie – denn Tageslicht bringt ihnen den Tod. Sie leiden an Xeroderma pigmentosum, einer seltenen, unheilbaren Hautkrankheit. Eine Geschichte von Kindern, die nie die Sonne sehen.

Das andere Florida

Sie sind alt, sie sind gebrechlich. Doch wegen der schlechten Wirtschaftslage in den USA müssen immer mehr Rentner zurück in die Jobwelt – als Kellnerin, Packer oder Portier. Alltag im Sonnenstaat Florida.

2003

Retter des brennenden Schatzes

Sobald die Kampfgebiete gesichert sind, schlägt ihre Stunde. Hoch bezahlte Spezialisten trainieren in den USA seit Monaten das Löschen von Ölquellen.

Die Schule des Kriegs

Sie kommen als Teenager und gehen als Leutnants, bereit für den Krieg. West Point, die Kaderschmiede der US-Armee, ist gefragter denn je.

Verstorben, bis auf weiteres

Ewiges Eis in der Wüste von Arizona: Eingelegt in flüssigem Stickstoff harren 58 Tote bei minus 196 Grad ihrer Auferstehung.

2002

Hitlers Filmerin hält Hof

Leni Riefenstahl wird am 22. August 100. Die Unverbesserliche ist kein bisschen müde und bringt am Geburtstag ihren ersten Film seit 48 Jahren in deutsche Kinos.

Bombe um Bombe

Saddam Hussein ist ihr Feind. Sie wollen, dass endlich Bomben auf den Irak fallen. Dafür leisten die Arbeiter von Amerikas grösster Munitionsfabrik Sonderschichten. Ein Exklusiv-Bericht aus McAlester, Oklahoma.

Artenschutz für ein Handwerk

Luxusuhren finden in den USA reissenden Absatz. Aber es gibt kaum noch Menschen, die diese reparieren und warten können. Darum bildet Rolex in der amerikanischen Provinz Uhrmacher aus.

2001

Das grosse Krabbeln

Hummer kann man mit gutem Gewissen essen: Im Gegensatz zu den immer rarer werdenden Fischen aus den Weltmeeren, nimmt die Zahl der gepanzerten Viecher zu. Zumindest im Atlantik vor der nordamerikanischen Küste in Maine.

Eine Nation unter Schock

Nach dem Terroranschlag ist die Acht-Millionen-Stadt nicht mehr, was sie einmal war. New York wurde ins Herz getroffen.

“Die Schweiz kam in den USA zu schlecht weg”


Stuart E. Eizenstat rang den Schweizer Banken 1,25 Milliarden Dollar Wiedergutmachung für ihre Rolle im Zweiten Weltkrieg ab. In seinem Bericht warf er der Schweiz Kriegsverlängerung vor, was auf heftige Kritik stiess. «Dass die Schweiz dachte, wir beschuldigten nur sie, ist ein Missverständnis. I am sorry».

2000

Von Kopf bis Fuss auf Diebe eingestellt

Die Bewohner von Florence, einem krisengeschüttelten Industriestädtchen am Fusse der Rocky Mountains im US-Bundesstaat Colorado, glaubten an die Zukunft: Sie sammelten Geld und schenkten dem Staat ein Stück Land zum Bau von vier Gefängnissen. Die Investition hat sich gelohnt.

Im Kabinett des Doktor McMullen

Mit Plastikspielzeug der besonderen Art macht ein kalifornischer Skulpteur ein Vermögen: Sexpuppen in Lebensgrösse und Lebendgewicht.

Raus aus der Natur

Der Amerikaner Peter Huber will den radikalen Umweltschutz: Esst Gen-Food, fördert Kernkraft, werdet reich.

1999


Mit anderen Augen sehen

Der in Amerika lebende Schweizer Robert Frank ist einer der einflussreichsten Fotografen des Jahrhunderts. Ein Treffen.

Zentrum der Avantgarde

Boom in New Yorks attraktivstem Kulturquartier: In Williamsburg mischen sich unter Tausende von Kunstschaffenden die ersten Touristen.

“Hollywood war hysterisch”

Regisseur Elia Kazan soll einen Ehren-Oscar erhalten, obschon er ein Denunziant gewesen ist. Historiker Arthur M. Schlesinger verteidigt ihn.

1998

Swissair 111 – Das letzte Adieu

Die Angehörigen sind gekommen, um zu verstehen. Ihnen bleibt nicht mehr als eine Flasche Meerwasser und ein paar Steine von Peggy’s Cove.

“Cllinton sollte sein Schweigen brechen”

Der populäre CNN-Talkmaster würde Bill Clinton fragen, ob er Monica Lewinsky überhaupt kenne, falls der US-Präsident in seine Talkshow käme.

“Es bleiben Bier und Sex”

“Alles ist erforscht”, sagt Wissenschaftsjournalist John Horgan. Doch die Forscher glauben nicht an das Ende der Wissenschaft.

It Takes Oprah

tentFor the last couple of years, many tent cities have arrived at the outskirts of American towns. While European media outlets have widely reported on those modern-day Hoovervilles, the mainstream American press mostly ignored them. Why? It obviously did not want to address the chronic problem of homelessness in the United States.

Now the Oprah Winfrey Show went west to Sacramento, California, where a tent city has emerged over the last couple of months. It generated a media firestorm. Even the New York Times writes about it. Finally it’s news fit to print.

As with so many thorny issues, it takes Oprah to bring them to the American forefront. Sad but true.

Read photographer Stefan Falke’s and my feature story on Camp Hope in Ontario, California, in German, and in English.

Mistrial by iPhone

iphone_courtToday, the New York Times runs a fascinating story about the influence of technology on the U.S. legal system. More often judges have to declare mistrial because jurors “had been doing research on the case on the Internet, directly violating the judge’s instructions and centuries of legal rules”, the Times reports.

Jurors not only use Google to search information about defendants, they exchange information about the trial with their iPhones and BlackBerrys.

The Times talks about a recent drug trial in Florida that was thrown out because of Internet research by a juror. Also last week, a company in Arkansas asked to overturn a $ 12.6 million judgment because a juror used Twitter to send updates during a civil trial.

It is illegal for jurors to seek information outside of the courtroom.

Read “As Jurors Turn to google and Twitter, Mistrials are Popping Up”.

Schreibtischjournalismus

dabaDa hatte die New York Times eine fabelhafte Geschichte über Freundinnen von Bankern an der Wall Street im Blatt. Wegen der Finanzkrise müssten die verwöhnten Frauen nun unten durch, hiess es. Statt monetärer Zuneigung erhielten sie von gestressten Geldjongleuren nur noch Wehklagen über fallende Kurse und schmelzende Portfolios. Aus schierer Not, berichtete die Zeitung, hätten sich Banker-Begleiterinnen in einer Selbsthilfegruppe mitsamt Blog organisiert. Der Name: Dating a Banker Anonymous.

Die Geschichte tönt so gut, sie kann gar nicht stimmen.

Trotzdem schrieben sie etliche renommierte Zeitungen scheinbar ungeprüft nach. Darunter Die Welt, Le Monde, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau, die NZZ am Sonntag und De Telegraf.

Newsweek wollte es genauer wissen und fragte nach. Die Geschichte war rasch als Scherz enttarnt. Es gibt keine Selbsthilfegruppe. Die Einträge auf dem Blog sind Satire. Die beiden Autorinnen (siehe Bild) kennen keine Liebchen von Bankern. Sie erlaubten sich einen derben Witz mit der ohnehin angeschlagenen Medienwelt. Verkniffen druckte die New York Times eine Korrektur.

Beschämt stehen die Renommierblätter aus Europa da. Spätestens seit den aufgedonnerten WMD-Berichten von Judith Miller und Jayson Blairs Fakes sollten sie wissen: wer abschreibt, muss zumindest die Fakten nachprüfen.

Jobs and Beethoven

beethoven_jobs.jpgRecently I interview author and management guru Jim Collins for Swiss magazine Bilanz. He talks about how great leaders are driven to do great things. He elegantly links Apple CEO Steve Jobs and Ludwig van Beethoven:

What does Jobs have that others don’t?
Collins: Steve Jobs is an industrial Beethoven. I think that the Macintosh is like the Third Symphony. And the iPod is like the Fifth Symphony. And maybe the iPhone is the Seventh Symphony. I admire his dedication to creating great things, tremendously. He’s one of the people I really admire.

So Jobs might be admired for the wrong things. He mostly took existing ideas, put them together and turned them into great things.
Collins: They’re no great things without the supreme execution around them. A lot of other people have the same ideas. A lot of people could have had the idea of “Bum bum bum baba baba bum [humming Beethoven’s Fifth].” But not everybody could have written the Fifth Symphony.

Read the entire interview:

in English

in German

UBS Reader II

branson.jpgSeit bald einem Jahr brodelt der Steuerstreit zwischen den USA und der Schweiz. Auslöser ist die UBS und ihr grenzüberschreitendes Geschäft mit amerikanischen Kunden. Vor einem Gericht in Florida hat Ex-UBS-Banker Bradley Birkenfeld gestanden, wohlhabenden US-Kunden bei der Steuerflucht geholfen zu haben.

In einem Deferred Prosecution Agreement hat die UBS am 18. Februar eingestanden, über Offshore-Konten US-Bürgern zur Steuerflucht verholfen zu haben. Der amerikanischen Börsenaufsichtskommission SEC musste sie eingestehen, in den USA ohne Lizenz Anlagetipps abgegeben zu haben.

Letzten Juli entschuldigte sich UBS-Finanzchef Mark Branson vor dem US-Senat für das Fehlverhalten der UBS. Infolge beschloss die UBS, US-Kunden nur noch von den USA aus zu betreuen.

Währenddessen steckte die Schweiz den Kopf in den Sand.

Eine Sammlung von Artikeln und Dokumenten

Artikel

“Ich bin schuldig”, Interview with Igor Olenicoff, Weltwoche, 21. Mai 2009

Bundesrat lockert Bankgeheimnis, Reaktionen in den USA, Sonntag, 15. März 2009

Levin im Hintertreffen, Sonntag, 15. März 2009

Steueroase in Delaware, Weltwoche, 12. März 2009

“Die USA negieren Abkommen”, Interview mit Faith Whittlesey, Mittelland Zeitung, 9. März 2009

“Wir wollen einen vollständigen Informationsaustausch”, Interview mit Carl Levin, Sonntag, 8. März 2009

Wehrlos, Hossli.com, 1. März 2009

Schweiz droht schwarze Liste, Sonntag, 1. März, 2009

Gnade vor Recht – das Deferred Prosecutioin Agreement, Bilanz, 27. Februar 2009

Konten in der Schweiz sind geschützt, Weltwoche, 26. Februar, 2009

3800 illegale Treffen in Amerika, Sonntag, 22. Februar, 2009

Der clevere UBS-Deal, Hossli.com, 18. Februar 2009

UBS wegen Chefs in der Tinte, Sonntag, 14, Dezember 2008

Le cauchemar Birkenfeld, Private Banking, 15. August 2008

“Es war ein Kniefall”, Interview mit Mark Branson, Weltwoche, 24. Juli 2008

Riskanter Auftritt, Weltwoche, 24. Juli 2008

“Amerikaner bellen den falschen Baum an”, Sonntag, 20. Juli 2008

Alptraum Birkenfeld, Bilanz, 18. Juli 2008

Martin Liechti sagt aus, Bilanz, 15. Juli 2008

“Kein Angriff auf das Bankgeheimnis”, Interview mit John C. Coffee, Weltwoche, 26. Juni 2008

Bankdaten gegen Straffreiheit, “Sonntag”, 22. Juni 2008

“Bankgeheimnis schwierig zu verteidigen”, “Sonntag”, 8. Juni 2008

UBS sucht Deal mit US-Behörden, “Sonntag”, 1. Juni 2008

Cowboy-Methoden, Hossli.com, 11. Mai 2008

Dokumente / Links / Other Media

Senatshearing, Tax Haven Banks and U. S. Tax Compliance – Obtaining the Names of U.S. Clients with Swiss Accounts, 4. März, 2009

America must treat its Swiss friends with care, Faith Whittlesey, FT, 1. März 2009

Swiss Bank Miss, Wall Street Journal, 27. Februar 2009

Zivilklage, US-Justizministerium, 19. Februar, 2009

Deferred Prosecution Agreement, 18. Februar 2009

GAO-Report, International Taxation, 18. Dezember, 2008

Senatshearing zu Banken und Steueroasen, 17. Juli 2008

GAO-Report zu QIs

Tax Haven Banks and US Tax Compliance, US-Senats Bericht von Carl Levin

Opening Statement von Mark Branson (UBS), Senat-Hearing 17. Juli 2008

Wohnsiedlung von Bradley Birkenfeld in North Weymouth

Anklageschrift gegen Bradley Birkenfeld

Schuldbekenntnis von Bradley Birkenfeld

Verhör-Protokoll von Bradley Birkenfeld

Statement UBS / English

Statement UBS / Deutsch

Der clevere UBS-Deal

780 Millionen Dollar zahlt die UBS an die USA, um den Steuerstreit mit einem so genannten deferred prosecution agreement beizulegen. Unter den Bedingungen des Deals erklärt sich die UBS bereit, Daten von einer begrenzten Anzahl US-Kunden an die amerikanischen Behörden weiter zu reichen.

Wird damit das Schweizer Bankkundengeheimnis gelüftet?

Nein. Die UBS zeigt Reue und gesteht ein, bei Steuerbetrug behilflich gewesen zu sein. Das ermöglicht die Herausgabe von Kundendaten.

Der juristische Kniff der UBS und der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht ist elegant. Da das Bankgeheimnis Betrug prinzipiell nicht schützt, wird mit der Weitergabe der Daten von betrügerischen Kunden schweizerisches Recht nicht verletzt.

Den Schlüsselsatz liess UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer in einem Statement verlauten:

“Client confidentiality, to which UBS remains committed, was never designed to protect fraudulent acts or the identity of those clients, who, with the active assistance of bank personnel, misused the confidentiality protections.”

Das ist clever. Die UBS, argumentiert Kurer, umgehe das Bankkundengeheimnis durch den Transfer von Kundendaten nicht, da dieses Betrug nie schütze.

Rechtsstaatlich ist der Deal allerdings problematisch. Die juristischen Schritte, die vor der Ausgabe der Kundendaten notwendig gewesen wären – Amtshilfeverfahren, Einspracherecht der Bankkunden –, werden im nun ausgehandelten deferred prosecution agreement durch die Finma just übersprungen. Die Unschuldsvermutung wird übergangen, laufende Verfahren werden abgewürgt.

Unter den Erwartungen liegt die Höhe der Busse. Demnach kommt die UBS gut weg.

Spielberg kummern

spiel.jpgLetzte Woche publizierte die WOZ eine Fälschung von Tom Kummer. Wem ein solcher journalistischer Lapsus unterläuft, sollte sich bei den Leserinnen entschuldigen.

Stattdessen redet sich die WOZ diese Woche raus – und lässt sich von Kummer ein zweites Mal veralbern.

Einer der Vorwürfe sei korrekt gewesen: Steven Spielberg hätte in der «Los Angeles Times» tatsächlich nicht gesagt, die Super Bowl sei die «beste, emotionalste Footballshow aller Zeiten». Wie kam das? Kummer verwechselte angeblich die Quellen: «Spielberg habe das im Fernsehen zu einem Reporter gesagt. Belegen lässt sich das nicht», schreibt die WOZ.

Es ist die klassische Lüge von journalistischen Fälschern. Mit minimalem journalistischem Handwerk ist sie rasch entlarvt. Man ruft den Pressesprecher von Steven Spielberg an und konfrontiert ihn mit der Darstellung der WOZ. «Das tönt überhaupt nicht nach Steven», sagt Spielbergs Sprecher Marvin Levy. «Mir ist ein Fernsehauftritt von Steven zur Super Bowl nicht bekannt.» Es ist Levys Job, solche Auftritte zu koordinieren. «Er sah das Spiel im privaten Rahmen bei sich zu Hause an.»

Per E-Mail stellt Levys Sekretärin klar: «Mr. Spielberg made no quotes about the Super Bowl. He has been on set shooting a film since the end of January.»

Return to Mexico City

espn.jpgAmerican athletes Tommie Smith and John Carlos are responsible for one of the most enduring pictures in the history of sports.

In 1968, Smith won a Gold medal in the 200 meter sprint at the Olympic Games in Mexico City. Carlos reached third place. During the award ceremony they put up their fists in protest against racial discrimination in the USA. With one silent gesture, Smith and Carlos created a powerful moment. Without words they captured the sentiment of Black America. After the ceremony they were called traitors, anti-American and worse.

Now Smith and Carlos return to Mexico City. A documentary about the trip will be shown on February 15, 4 pm ET on ESPN.

To learn more about Tommie Smith, read the interview I conducted at this house outside Atlanta.

Kummer mit Kummer

angi1.jpgFälscher Tom Kummer durfte wieder ran. In der Schweizer “Wochenzeitung” schreibt er diese Woche über die Super Bowl. Der Text ist typisch Kummer – gespickt mit falschen, verdrehten und überhöhten Passagen.

So soll Schauspielerin Angelina Jolie das Football-Spiel als “aufregendstes Finale in der Geschichte der National Football League” bezeichnet haben. Google- und Nexis-Lexis-Recherchen bringen keinerlei Jolie-Zitate zur Super Bowl hervor. Weil sie nicht existieren. Jolie war letzte Woche mit Gatte Brad Pitt und Familie auf Promotionstour in Japan. Von dort aus reiste sie direkt in ein Flüchtlingslager nach Thailand weiter, wo sie ein Lager mit geflohenen Burmesen besuchte.

Quasi ein Kummer-Klassiker – er legt Stars Worte in den Mund.

“Es war die beste, emotionalste Football-Show aller Zeiten, bestätigte auch Steven Spielberg in der «Los Angeles Times»”, schreibt Kummer. Im Archiv der “Los Angeles Times” ist kein Zitat von Spielberg zur Super Bowl zu finden.

“Deutlich weniger Fans” hätten sich das Spiel angeschaut, schreibt Kummer. Fakt ist: Das Spiel vom Sonntag war die Super Bowl mit der höchsten Einschaltquote aller Zeiten.

Überhaupt nimmt es Kummer nicht genau mit den Zahlen. Mit “150 Millionen US-Dollar” hätte das TV-Ereignis “einen Viertel weniger” umgesetzt als noch vor Jahresfrist. Fakt ist: NBC erzielte einen Rekordumsatz am Sonntag mit Werbeeinnahmen von 206 Millionen Dollar für die Übertragung des Spiels. Insgesamt nahm der Sender 261 Millionen Dollar ein.

Matchwinner Santonio Holmes bezeichnet Kummer als ehemaligen Crackdealer  – da weiss Kummer mehr als Holmes preisgibt. Gegenüber dem “Miami Herald” outete er sich als Drogenhändler, jedoch nicht als Crackdealer. Ist das wichtig? You bet. Ein Strafmass hängt in den USA von der Droge ab, die einer dealt.

Ob wenigstens die nicht überprüfbaren Passagen in Kummers Text stimmen? Hat Kummer tatsächlich reiche Freunde in den Bergen über Hollywood, die wegen der Krise ihren Pool mit Schutt auffüllen, Gemälde von Ed Ruscha verkaufen müssen, sich aber keine grossen Schalen mit “Guacamole und Chilisauce” mehr leisten können? Yeah, right.

Auf einem “drei Meter breiten Flachbildschirm” will Kummer das Spiel angeschaut haben. Das gibt es gar nicht. Das derzeit grösste TV-Modell hat Panasonic im Angebot. Es misst 2,6 Meter in der Diagonale und 2,4 Meter in der Breite. Der Fernseher kostet bei Amazon knapp 70’000 Dollar.

Journalistische Grundregeln tritt Kummer mit Füssen, deshalb hat er fast überall Schreibverbot. Nicht bei der WOZ. «Einer Person, die Mist gebaut hat, wollten wir eine zweite Chance geben», begründet WOZ-Redaktionsleiterin Susan Boos den Auftrag an Kummer. «Er will in den Journalismus zurück, wir entschieden uns, mit einem unproblematischen Stoff zu beginnen.» Die Super Bowl, sagt Boos, sei «in der Schweiz nicht relevant». Zudem hätte Kummer «sauberen Journalismus» zugesagt. Dass in seinem ersten WOZ-Text vieles nicht stimme, bestreitet sie.

Aus falscher Ehrfurcht? Die «New York Times» soll Kummer mal als «bad guy of German journalism» bezeichnet haben, schreibt die WOZ bewundernd. Falsch. Zwar schrieb das US-Blatt am 2. Juni 2000 über den Fälscher, jedoch nicht mit diesen Worten. Öfters wiederholt Kummer die Floskel selbst, mit der «Los Angeles Times» als Urheberin. Auffindbar ist auch dieser Artikel nicht.

Wer mit Kummer ins Geschäft kommt, sollte jeden Fakt doppelt prüfen.

Bereits letzten Herbst hatte die WOZ Kontakt mit Kummer. Für eine Satirenummer sollte er ein Interview mit Ex-UBS-Chef Marcel Ospel fälschen. Wenn schon Fälschung, dann Kummer, dachten sich die WoZ-RedaktorInnen wohl. Prompt lieferte Kummer den Ospel-Fake. Die Redaktion hatte das Stück jedoch aus juristischen Gründen nicht publiziert. Es war nicht klar genug als Satire zu erkennen.

Tom Kummer retournierte mehrere telefonische Anfragen nicht. Es ist zu hoffen, dass er nie mehr Mist baut.

Bild: Angelina Jolie auf Promotionstour in Japan, 30. Januar 2009.

Artikel in “Sonntag”

Adieu, W.

bush-goodbye-1.jpgDienstag nach 13 Uhr, hinter dem Capitol von Washington D.C. «Stopp, Stopp, alle sofort anhalten», ruft ein Agent des Secret Service. Zwei Geländewagen brausen herbei. Ein Dutzend schwer bewaffneter Kerle mit dunklen Sonnenbrillen hetzen auf die Strasse. Von fern ist zu sehen, wie George W. und Laura Bush beim Capital einen Marine-Helikopter besteigen. «Adieu, Mister Präsident, kommen Sie nie wieder», buht einer, als der Hubschrauber abhebt. «Ein bisschen Respekt, er war immerhin unser Präsident», antwortet eine Frau. Es tut gut, Bush beim Gehen zuzuschauen.

Ein Rückblick auf acht Jahre W.:

Bush – um Himmels willen, SonntagsBlick Magazin, 18. Januar 2009

Taking a Shoe
, Observation, 12. Dezember 2008

Ein besseres Amerika, Sonntag, 26. Oktober 2008

Mit diesem Präsident ist nichts zu gewinnen, Cash, 4. November 2006

bush_rede.jpgDas neue Pleitegesetz trifft die Armen, Cash, 29. September 2005

Dem Sturm folgt die Abrechnung, Cash, 8. September 2005

Die betrogenen Rentner Amerikas, Cash, 3. Februar 2005

“Der Tag der Abrechnung wird kommen”, Cash, 11. November 2004

Ohne Geist und ohne Niveau, Cash, 28. Oktober 2004

Die Gruft eines mystischen Kults, Cash, 9. September 2004

Das andere Florida, Facts, 8. Mai, 2004

Der Analyst des Bösen, Facts, 1. Juli 2004

Konservative Gefahr für Bush, Cash, 3. Juni 2004

bush_umbrella.jpgSodom und Gomorrha, Facts, 29. April 2004

Kreuzzug für die gesunde Ehe, Facts, 22. Januar 2004

Der schwarze Schatz, Cash, 2. Dezember 2003

“Die Republikaner regieren 20 Jahre lang”, Cash, 27. November 2003

Bushs Brückenbauer, Cash, 16. Oktober 2003

Abrocken im Namen Gottes, Facts, 7. Juli 2003

Retter des brennendes Schatzes, Facts, 27. März, 2003

Die Schule des Krieges, Facts, 6. März, 2003

Mit schrägen Ideen gegen Krieg und Grössenwahn, Greenpeace Magazin, 1. März 2003

Der stille Querflieger, Facts, 23. Januar 2003

Bombe um Bombe, Facts, 21. November 2002

cowboybush.jpgBombenblender, Cash, 14. März 2002

Vortritt für Rechtsabbieger, Cash, 28. Dezember 2001

Wer auf den Busch klopft, erntet mehr Staat, Cash, 5. Oktober 2001

Eine Nation unter Schock, Facts, 13. September 2001

Der Chef nimmt sich Zeit, Cash, 10. August 2001

“Bush ist ökologisch eine Mini-Krise”, Cash, 18. Mai 2001

Bush-Feuer ist bereits erloschen, Cash, 20. April 2001

George W. Filz, Cash, 30. März 2001

Ein Reagan mit MBA-Titel, Cash, 23. Januar 2001

Erfinden kann das wirklich keiner, Berner Zeitung, 9. November 2000

Je dümmer, desto besser, Cash, 3. November 2000

It’s Not a Miracle

hudson.jpgIt didn’t take long for the news media to find a catch phrase for the water landing performed by an US Airways pilot this afternoon on the Hudson River in New York. CNN as well as other networks describe the accident as “Miracle on the Hudson”. Even British newspapers invoke a supernatural act.

What miracle? All 150 passengers and 5 crew members survived because good people did their job right. It was not a miracle. It was a great performance by professionals.

The pilot and the crew are trained to do what they did. The Coast Guard, ferry captains of New York Waterways, New York City police and fire fighters reacted quickly and bravely. Doctors in local hospitals were prepared.

Calling it a miracle diminishes their bravery and their skills. “The pilot did a masterful job”, as mayor Michael Bloomberg said.

Enough Already

neverending_conflict.jpgGaza is on fire. Hamas has deployed longer-range rockets capable of hitting Israeli cities. And what else is new?

Since I was a little kid, the news about the Middle East has been grim. Israelis are killing Palestinians, I’ve been hearing on the radio for years. Palestinians are killing Israelis, I see on television almost every day. American Presidents who promised to solve the conflict came and went without results, I’ve read in countless newspapers.

What to do about it? Trying another international peace process? I seriously doubt it will work. My solution is different and a bit radical: we should all stop to care for some time.

1. The media should stop reporting about it immediately and completely. No more news about the Middle East conflict. No more magazine features. No more documentaries and feature films. No more books.

2. All parties involved should stop sending weapons to the region.

3. All peace efforts by outside organizations, diplomats and governments should be halted immediately.

This, I believe, would force Israelis and Palestinians to come up with a solution from within. The two parties actually have to find peace outside the spotlight of the world media. Profiteers of this never ending conflict – such as reporters, artists, bloggers, diplomats, NGOs, politicians – had to come up with something more productive to spend their time.

If it doesn’t work, then nothing will. Ever.

Begegnungen 2008

Journalistische Geschichten sind gut, wenn sie aktuelle Themen mit Menschen plausibel darstellen. Möglich werden solche Geschichten durch persönliche Begegnungen. Als Reporter bin ich jenen Menschen zu grossem Dank verpflichtet, die mir Zeit geben und Fragen beantworten. Eine Auswahl von Begegnungen im Jahr 2008:

Pizza mit Dennis Kozlowski

koz.jpgMit dem einstigen CEO von Tyco ass ich im Gefängnis Pizza und belegte Brote. Dennis Kozlowski sitzt eine Haftstrafe von 8 bis 25 Jahren ab, weil er dem Konzern rund 400 Millionen Dollar unterschlagen hat. Zwar beteuert er seine Unschuld. Dennoch wirkt er gebrochen. «Was essen denn Sie?», fragte der einstige Top-Manager beim Bestellen des Lunches. Er hoffte, der Reporter würde ihm die Entscheidung abnehmen. «Ein Sandwich mit gegrilltem Huhn.» «Okay, das nehme ich auch», sagte Kozlowski. «Wollen Sie noch einen Salat?», fragte Charly Kurz, der Fotograf, der eine Pizza bestellte. «Ja, gerne, ich kriege ja sonst kaum Vitamine.» Kozlowski lebt in einer Einzelzelle, die zwei Meter breit und drei Meter lang ist. «Jeder Tag sieht genau gleich aus.» Um 6 Uhr steht er auf. Um 6.30 Uhr geht er in die Wäscherei, wo er arbeitet. Pro Woche verdient er 2 Dollar und 67 Cents. Einst waren es Hunderte von Millionen Dollar im Jahr.

Frühstück mit Tonya Harding

tonya.jpgEiskunstläuferin Tonya Harding, 38, wurde zweimal amerikanische Meisterin und war Vizeweltmeisterin. 1994 heuerte ihr Ex-Mann einen Schläger an, um vor den olympischen Spielen in Lillehammer Konkurrentin Nancy Kerrigan mit einer Eisenstange am Knie zu verletzen. Harding, die bis heute behauptet, nichts von der Attacke gewusst zu haben, stürzte ab. Sie begann zu boxen, schlug sich mit Clintons Ex-Geliebten Paula Jones, wurde öfters verhaftet. Nun hat sie ein Buch publiziert, in dem sie über ihr von Missbrauch geprägtes Leben redet. Sie wohnt in Vancouver im US-Bundesstaat Washington. Im Herbst 2007 fragte ich sie erstmals an, ob ich sie mir ein Interview geben würde. Sie verlangte Geld, worauf ich absagte. Ende November 2008 fragte ich nochmals an. Sie stimmt zu, unter der Bedingung, ich würde ihr ein Schnapsglas, Schokolade und eine Baseball-Kappe mit Schweizer Kreuz bringen. Sie empfing mich in einem Hotel, war offen, witzig, smart und freundlich. Traurig ist die Geschichte, die sie erzählt. «Nie», sagte sie, «wurde ich geliebt.»

In der Zeltstadt

tent.jpgAuf dem Weg nach Ontario in Kalifornien verlor Delta Airlines meinen Koffer. Zwei Tage lang stampfte ich in denselben Kleidern durch Camp Hope, einer staubigen Zeltstadt ausserhalb von Los Angeles. Es ist der augenscheinlichste Ort der horrenden Immobilienkrise Amerikas. Zeitweise 600 Menschen lebten unweit des Flughafens von Ontario. Viele von ihnen verloren wegen der Subprime-Krise ihr Haus. Sie hausen zwischen Geleisen und streunenden Hunden, Bergen von Abfall und einer zusammengestoppelten Sammlung von Stühlen. David James offerierte mir ein sauberes T-Shirt. Der 52-Jährige kam im Januar im Langstreckenbus in der Obdachlosigkeit an. Bei der Arbeit brach sich der Gabelstaplerfahrer in North Carolina die rechte Wade. Versichert war er nicht, die Spital- und Arztkosten beliefen sich auf 40’000 Dollar. James ging Pleite und verlor das Haus. Geld hatte er nur noch für ein Busbillett nach Ontario, wo er aufwuchs. «Mein amerikanischer Traum zerbrach», sagt James.

Der Princeton-Historiker und die Wirtschaftskrise

james.jpgEin eher trockener Kerl ist Harold James, 52, Historiker und Professor an der Princeton University in New Jersey. Sein Fachgebiet ist die Wirtschaftsgeschichte. Wie kein anderer kennt und versteht er die Grosse Depression. Er traf mich kurz nach der Wahl von Barack Obama zum neuen US-Präsidenten in seinem Büro in Princeton, New Jersey. Das Bild, das er zeichnet, ist düster. «Wir werden während langer Zeit schwer wiegende Probleme haben.» Die Obamamania werde das nicht ändern. «Wer Präsident der USA ist, spielt da keine Rolle.» Für die nähere Zukunft erwartet er ein schlimmes Ungleichgewicht. «Es ist wie beim Herzinfarkt. Zuerst stoppt alles. Danach folgt eine Zeit mit sehr geringer Aktivität.» Ein harsches Verdikt fällt er über die Profession der Ökonomen. Nichts wurde leider aus dem vereinbarten Mittagessen. James musste bereits zum nächsten Termin.

Zu Hause zur Schule

homeschooling7.jpgWo lernt ein Kind am besten? In der Schule oder zu Hause? Immer öfter unterrichten Amerikaner ihre Söhne und Töchter in den eigenen vier Wänden. Eine Reportage über Homeschooling zu realisieren ist trotzdem nicht einfach. Wer will schon Reporter im Haus haben? Zuletzt gewährten uns vier Familien Zutritt. Vornehmlich aus religiösen Gründen unterrichten die Hunts in Pennsylvania ihre beiden Töchter daheim. Jessica und ihre Zwillingsschwester Caroline Kjellberg kamen in der Schule nie zurecht. Die heute 16-jährigen Mädchen bilden sich in Manhattan ganz alleine aus. Weil sie die Gewalt an öffentlichen Schulen fürchtet, hat Elizabeth Reale in ihrem Wohnzimmer in Connecticut für ihre fünf Kinder Schulbänke eingereichtet. Erynn Albert schult Lucy, Mary, 11, John, 9, und Jane, 6, zu Hause, «und vor allem unterwegs». Morgens pauken sie Rechnen und Schreiben, nachmittags fährt sie die Mutter im Minivan nach Manhattan – zur Theaterprobe, zum Geigenunterricht, in die Musikstunde, ins Museum. Eine Schule haben die Kinder nie besucht.

Auf der Strasse mit Clinton- und Obama-Fans

hillary3.jpgMitte Januar war es bitterkalt in New York. Auf den Strassen fochten Anhänger von Hillary Clinton und Barack Obama gleichwohl den Wahlkampf um die Vorherrschaft in der demokratischen Partei aus. Erstmals seit Jahren war der Ausgang in New York wieder wichtig. Der bevölkerungsreiche Staat wählte seine Parteidelegierten so früh wie nie zuvor. Um die Wahlleute der Demokraten war ein heftiges Gerangel entbrannt. Zumal der Wettstreit zwischen Obama und Clinton äusserst knapp war. Um jeden Preis wollte Obama in Clintons Heimatstaat gut abschneiden. Die Obama-Leute waren besser organisiert, frecher, aggressiver – und siegeshungriger. Zwischen den Fans der beiden politischen Lager lagen selbst in New York Welten. Wenn man von den Obama-Leuten ins Clinton-Lager kam, war das wie von den Demokraten zu den Republikanern zu gehen. Hinter Obama standen die Progressiven, hinter Clinton die Etablierten.

Am Strand mit Raphael Wicky

wicky.jpg Dunkle Wolken zogen Mitte April über den frisch gemähten Trainingsplatz beim Home Depot Center in Carson, einem Vorort südöstlich von Los Angeles. Raphael Wicky trabte entlang der Seitenlinie, stützte den Rücken, setzte sich hin, dehnte, stand auf. «Gib mir den Ball», forderte er. Er kriegte ihn, schlugt einen verhaltenen Pass, verzog das unrasierte Gesicht. Der Ball kullerte ins Leere. Ständig griff sich Wicky an den schmerzenden Rücken. Wicky, der neun Jahre in der Bundesliga spielte und 75 Mal in der Schweizer Nationalmannschaft, hatte kein gutes Jahr. Seit Januar lebt er in Los Angeles. Er steht unter Vertrag bei Chivas USA, einem amerikanischen Verein, der einem mexikanischen Industriellen gehört. Meist sass er verletzt auf der Tribüne. Dabei wagte Wicky in der neuen Welt den Neuanfang. Dafür nahm der lange verletzte Mittelfeldspieler eine Lohneinbusse in Kauf. Am Strand und beim Essen sprach Wicky über sein Verhältnis zur Schweiz, das Älterwerden als Fussballer, Geld und seine Zukunft.

Im Vorzimmer der Macht

khalilzad.jpgZalmay Khalilzad ist gebürtiger Afghane, höchster Moslem in der US-Regierung – und ein mächtiger Mann. Hätte John McCain die Wahlen gewonnen, wäre er wohl Aussenminister geworden. Er gilt als einer der Architekten des Irak-Krieges. So schrieb er im Januar 1998 einen Brief an US-Präsident Bill Clinton. Darin verlangte er die Absetzung von Saddam Hussein. Tröstlich, dass sich Macht in der Politik nicht in den Immobilien spiegelt, in der sie ausgeübt wird. Nach langem Warten empfing mich Khalilzad in einem kahlen, fensterlosen und ausgesprochen schlecht dekorierten Saal in der amerikanischen Uno-Mission. Die Decke war niedrig, das Licht dumpf. Vor einem Sternenbanner standen einsam zwei karge Stühle und ein kleiner Tisch. Für ein intimes Gespräch war der Raum zu riesig. Ständig beobachtete uns eine bronzene Büste von General Dwight Eisenhower. Khalilzad füllte den tristen Raum mit einnehmendem Charme und angenehmem Humor. Nicht das Haus bestimmt die Macht. Es ist der Politiker, der darin agiert.

Die grünen Pioniere im Silicon Valley

nano.jpgSeit bald zwanzig Jahren lebt der Österreicher Martin Röscheisen im Silicon Valley. Er war ein früher Macher der Doctcom-Ära, startete drei Firmen und entwickelte ein E-Mail-Programm, das Yahoo! für 450 Millionen Dollar erwarb. 2002 wandte er sich erneuerbarer Energie zu und gründete die Firma Nanosolar. «Niemand interessierte das damals», sagt Röscheisen, ein sanfter Typ, der lieber Englisch als Deutsch spricht. «Alle lachten, als ich jedes Haus mit Solarzellen einkleiden wollte.» Er sitzt in der Kantine, die mit Bänken aus Festzelten bestückt ist. Ein Koch richtet das Mittagessen. Pioniergeist breitet sich aus. Junge Leute in modisch zerschlissenen Hosen wandeln herum, Männer tragen Bärte, Frauen Knöpfe in der Nase. Das Grossraumbüro ist bestückt mit Ikea-Möbeln. Nanosolar ist der Star unter den Solarfirmen im Silicon Valley. Eine halbe Milliarde Dollar hat sie bisher von Investoren erhalten, ein Rekord. Das erste Geld kam von den Google-Gründern. Seither stehen Anleger Schlange, dem schlauen Österreicher noch mehr Geld zu geben. Nirgends prallen Unternehmertum, Erfindergeist und Kapital frontaler aufeinander als im Silicon Valley. Hier graben gescheite Köpfe und gierige Investoren nun nach grünem Gold.

Fotos: Charly Kurz (1, 4, 5, 8); Stefan Falke (3, 6, 7, 9)

Das Jahr, das war – alle Artikel von 2008

Taking a Shoe

Today, a television reporter threw not one but two of his shoes at George W. Bush. The American President ducked twice during a press conference in Iraq (watch video below). Luckily no one got seriously hurt. Apparently, White House Press Secretary Dana Perino suffered a black eye.

How was this possible? Iraq is a war zone, after all. Where was the Secret Service? Aren’t the guys in the black suits wearing shades supposed to protect Bush? Don’t they train to take a bullet for the President?

Back in 1981, agent Timothy McCarthy took one for Ronald Reagan. Today, no one even took a shoe for Bush. Somebody should have at least stopped the second one.

The President himself showed some well placed humor. “That was a size 10 shoe he threw at me, you may want to know”, he said shortly after the attack.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=2Bh3aW7CWBk]

Presidential Dog Poop

clinton.jpgIs there a problem with presidential dog poop in Chappaqua, the home town of the Clintons? Apparently.

After Senator Hillary Clinton was nominated for Secretary of State on Monday, I asked one of her neighbors about the consequences for the quaint little town near New York City. “The Clintons will move away, maybe to Washington D.C.”, he predicts. “Since she’s no longer a New York Senator, they don’t need to be in New York anymore.”

Is this good or bad for Chappaqua? “It’s good for me”, he said. “I no longer have to pick up presidential dog poop in my garden.” As it turns out, former president Bill Clinton’s Labrador Retriever Seamus does not respect boundaries when it comes to using the toilet.

And the Winner Is…

4592.jpg… Kerstin Kohlenberg.

This week, I had the honor of being one of three nominees of the “Georg von Holtzbrinck Preis für Wirtschaftspublizistik”, a prestigious price for business journalism in Germany. I was nominated for a story in SonntagsBlick Magazin on a tent city in Ontario, California, and an interview in Bilanz and brand eins with former Tyco CEO Dennis Kozlowski.

Ms. Kohlenberg won for two well-researched, exquisitely written stories on the current economic crisis for German weekly Die Zeit. The price was awarded at a ceremony in Frankfurt.

Had I won, I had thanked the two photographers with whom I did those stories – Charly Kurz and Stefan Falke.

Hurry up, Obama

Today, the markets plummeted again. The Dow Jones Industrial Index lost 5,6 percent. By now it’s down over 40 percent for the year.

What about Barack Obama? Didn’t many pundits predict an Obama boost for stocks? Didn’t everyone hope for change in his or her portfolio?

Well, everybody had hoped he’d be able to reassure the markets quicker by presenting a striking economic team soon after his historic election. So far, there has been a lot of chatter about who will helm the State Department or the Department of Health and Human Services.

But there is still no word on who will run the Treasury come January 20, 2009. It’s time for Obama to present his choice for Secretary of Treasury as well as all his economic advisors.

As Obama said, there is only one president at the time. But the market badly needs guidance. And guidance can only come from the president-elect. Otherwise, the Grinch will steal this Christmas – and much more.

2012 is On

2010.jpgWhile everybody is still tired of the presidential campaign of 2008, everybody is getting ready for 2012.

Until the end of November, former Arkansas Governor Mike Huckabee, and current Louisiana Governor Bobby Jindal have stops scheduled in Iowa, traditionally the crucial caucus state in the Mid West. “Jindal will be president, I just don’t know the year”, says anti-tax crusader Grover Norquist about anti-tax crusader Jindal.

Other Republicans we will probably see traveling to Cedar Rapids and Des Moines soon:

Sarah Palin, Governor of Alaska and former vice presidential candidate, still a keen observer of Russia from her living room.

Newt Gingrich, former Speaker of the House, conservative stalwart. He bashed Bill Clinton for his affair with Monica Lewinsky, before he had his own affair. His slogan to defeat changer-in-chief Barack Obama: “Real change requires real change.”

Mitt Romney, former Governor of Massachusetts, former organizer of the 2002 Salt Lake City Olympics, former candidate for President. Still handicapped by being a Mormon.

Tim Pawlenty, Governor of Minnesota, and almost vice presidential candidate of John McCain.

Charlie Crist, silver-haired Governor of the silver-haired state of Florida.

Podcast zur Wahlnacht

Die Schweizer Tageszeitung Blick hat mich in der Wahlnacht verpflichtet, zwei telefonische Einschätzungen abzugeben. Eine Produzentin von Blick.ch führte die Gespräche und verarbeite meine Berichte zu Podcasts. Sie sind hier zu hören:

«Vieles deutet auf den Sieg Obamas hin.»

«Hier tanzen die Leute auf der Strasse.»

The Absence of 9/11

obamagrantpark.jpgPresident elect Barack Obama has an unmatched talent in talking about delicate issues without naming them verbatim. Throughout his successful bid for the White House he gave numerous speeches in which he talked about race and blackness without even uttering the words “black”, “African American”, and race.

He pulled a similar oratory stunt bashing George W. Bush’s legacy in his acceptance speech at Grant Park in Chicago on Tuesday night. Towards the end of the remarkable address he brought up the story of a 106-year old African American woman called Ann Nixon Cooper.

cooper_small.jpgCooper, Obama told listeners around the world, experienced the hardship of the Great Depression, the Dust Bowl, and two World Wars. Over and over again, she witnessed America rising to the occasion. “She was there for the buses in Montgomery, the hoses in Birmingham, a bridge in Selma, and a preacher from Atlanta who told a people that We Shall Overcome”, Obama said. He mentioned the flight to the moon as well as the collapse of the wall in Berlin.

But he left out 9/11, which is doubtless the biggest tragedy on American soil, and the nation’s biggest challenge in recent memory.

missionaccomplished.jpgWithout saying a word about Bush and his team, Obama made it crystal clear that America’s leadership did not properly rise to the occasion after the terrorist attacks on New York and Washington. Instead of hunting down Osama bin Laden forcefully, the Bush administration decided to go to war against Iraq, a country that had nothing to do with 9/11.

With 9/11, Obama was saying without saying it directly, was a missed opportunity to forge new global alliances, and to truly fight terrorism.

“This is America’s Future”

It’s pure pleasure to watch the greatest American politician in modern history supporting Barack Obama at a rally in Florida. There is nobody who can frame complex issues as eloquently as Bill Clinton. “This is about America’s future”, Clinton said in Orlando. “This is a future state, Barack Obama represents America’s future.”

His speech was filled with brilliant and thoughtful ways to explain why Obama is better suited to finally lead the U.S. into the 21st century.

He makes four points. Obama, says Clinton, has the better philosophy. His policy is superior, and policy matters. He calls him the better decision maker. And Clinton explains why Obama is much more able to execute decisions and thus make changes in people’s lives.

Watch and enjoy:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=RC-9PgJfJIw]

Fabio Lives Another Day

jumper1.jpgWhile I biked over the Brooklyn Bridge this afternoon, I spotted a police helicopter with open doors. As I got closer to the middle of the bridge, there was a young man standing on the suspension cables. He was wearing blue jeans, a hat with stripes, and he faced the East River, holding a cable with his two bare hands. He seemed to be talking into headphones that were tangling from his right ear. Obviously, he was a jumper.

Dozens of NYPD cars and a couple of ambulances blocked traffic on the Brooklyn Bridge. Two NYPD officers started to approach the man who was trying to commit suicide. They slowly walked up the cables, constantly talking to him. People on the bridge started to take photographs. Some stopped and screamed, “don’t let got”, “come back”, “stay alive”.

As the police came closer, the jumper moved back and told them to go away. He even leaned forward, starring down.

Stoically, the policemen moved further up. At around 2.23 pm this afternoon, one officer grabbed his hands. He then secured him with hooks and robes. People on the bridge cheered. Shortly after the police got him, the jumper fainted. This made it very hard to move him off the cables.

traffic.jpgIt took six rather strong looking NYPD officers some time to bring him down. As they came closer to the little bridge that leads to the suspension cables, one could hear a policeman talking in Spanish to the man. He called him “Fabio” and tried to motivate him to keep going.

But “Fabio” – I’m not sure whether Fabio is really his name – seemed unconscious as they lowered him on the roof of a police car. From there they loaded him onto a stretcher, and then into an ambulance. The Brooklyn Bridge rescue succeeded.

Around 2.51 pm, “Fabio” was driven away to live another day. Well done, NYPD.

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Where’s Swissmiss?

The New York Time’s credibility has hit rock bottom today. After the forgeries of Jayson Blair, the biased pre-Iraq-war reporting by Judith Miller, and a yearlong embargo on the NSA surveillance story, the paper of record has ignored swissmiss.

In a sprawling, multi-page story Times writer Penelope Green is asking design bloggers “who’ve seen it all” about their designee fall tips. What do we learn? This fall, we should get a rather ugly cloth rack for $5’800, a wooden Skype phone, or a China squirrel that holds rings.

Swissmiss, the person who made design blogging a daily global feast, is absent. It’s like asking all leading soda manufactures about drinking trends, but not include Coca-Cola’s CEO. Everyday, swissmiss gives us a fresh, often quirky, and always surprising view into all things design.

While only Alan the Gallent somehow surprised me with his recommendation for handmade wallpaper, I wonder what swissmiss has in store for fall season.

Wall Street and Election Politics

Today, Democratic presidential candidate Barack Obama tried to link John McCain to the turmoil on Wall Street. His Republican rival McCain said that Obama close ties to Fannie Mae and Freddie Mac. In an interview, Americans for Tax Reform president Grover Norquist told me that «Fannie and Freddie will be the Democrat’s Enron, but it will be way more expansive than Enron».

The troubles on Wall Street will not affect the outcome of this year’s presidential election, I believe.

As it has become clear in the last couple of days, both Obama and McCain or their running mates have little financial market knowledge. What’s more important: Voters who have not made up their minds by now will have even less understanding of what’s going on. The so called undecided voters tend to cast their vote based on social issues, not complex financial structures.

“Smoke in the Cockpit”

sr11.jpgVor zehn Jahren: Am Abend des 2. September 1998 startet am New Yorker Flughafen John F. Kennedy eine MD-11-Maschine der Swissair. Der Jet trägt das Wappen des Kantons Waadt, die Flugnummer lautet SR 111, der Zielflughafen ist Genf. An Bord sind 229 Menschen aus 21 Ländern. 14 Personen gehören der Crew an. 53 Minuten nach dem Start bemerkt Pilot Urs Zimmermann Rauch im Cockpit. Er versucht, Halifax anzufliegen, musst vorher aber Kerosin ablassen. Um 22.31 stürzt die Maschine acht Kilometer vor Peggy’s Cove in der kanadischen Provinz Neuschottland ins Meer.

Zusammen mit der Fotografin Yvon Baumann flog ich am 3. September 1998 frühmorgens von New York  nach Bangor, Maine. Von dort fuhren wir mit dem Auto nach Halifax. Wir blieben eine Woche und lieferten diese Geschichte ab:

Das letzte Adieu, Facts, 10. September 1998

Die Helfer in der Not: Was Beteiligte in Halifax und Peggy’s Cove nach dem Absturz erlebten

Murielle Provost, Rot-Kreuz-Koordinatorin
In Peggy’s Cove brach Provost in Tränen aus, als ihr zwei Feuerwehrmänner schalkhaft sagen, sie sehe heute müde aus. «Auf euren zynischen Scheiss kann ich verzichten.» Sie wurde am Samstagnachmittag von ihren Kollegen ins Bett geschickt. Sie hatte seit Ankunft der ersten Angehörigen am Donnerstagabend fast pausenlos gearbeitet. Fürs Rote Kreuz koordinierte sie die Errichtung der Unterstandszelte, sie organisierte Decken, baute einen medizinischen Stab für die Betreuung auf. Provost, die auch als Pressesprecherin amtete, sorgte dafür, dass genügend Blumen vorhanden waren. Sie kam auf die Idee, den Angehörigen Teddybären abzugeben. «Damit die etwas zum Kuscheln haben.»

Karin Anderegg, Juristin der Swissair
Ärgern musste sich Karin Anderegg, Generalsekretärin und oberste Juristin der SAirGroup, am zweiten Tag nach dem Crash. US-Medien hatten berichtet, die Swissair würde versuchen, die Opfer mit 20 000 Dollar oder 30 000 Franken zu vertrösten. Damit, schrieben die Zeitungen, sollten Schadenersatzansprüche mit einem Trick abgewendet werden. «Unsinn», sagt Anderegg, die in Halifax Abklärungen vornimmt. «Das ist eine Soforthilfe.» Die Swissair anerkenne die Ansprüche, sie werde bezahlen. Bis jetzt hätte aber noch niemand Geld gefordert, anderes sei wichtiger. «Darüber sprechen vor allem die Medien.» Wie viel jeder bekomme, hänge vom Einkommen oder von Unterhaltsverpflichtungen der Opfer ab.

Vic Gerden, Leiter der Ermittlungen
Niemand tritt in Halifax besonnener und überzeugter auf als Vic Gerden. Auf jede Frage hat der leitende Ermittler vom kanadischen Transportation Safety Board eine präzise Antwort parat. Jede Information, die er bekommt, gibt er sofort weiter. «Wenn immer möglich zuerst an die Angehörigen, dann an die Medien», sagt Gerden während einer seiner Pressekonferenzen im World Trade Center. Auf Spekulation lässt er sich nicht ein. Er diskutiert nur über Fakten. Sein Ziel: Mit den Kollegen aus den USA und der Schweiz will er eruieren, warum die MD-11 vor Peggy’s Cove ins Meer stürzte. Hoffnung auf Aufklärung kommt auf, als am Samstag die Black Box geborgen wird. Doch die letzten Minuten sind nicht aufgezeichnet.

Katherine Morgan, Beistand
Wenige Tage vor dem Absturz des Swissair-Fluges 111 trennte sich Katherine Morgan von Jim, dem langjährigen Partner. Jetzt leistet sie ihrem Ex in Peggy’s Cove Beistand. Sie nimmt ihn in die Arme, wenn er an Land kommt. Jim war der Kapitän des ersten Küstenwachschiffes, das auslief. Sein Ziel: Möglichst schnell Überlebende bergen. Ohne Erfolg. Stattdessen fand er ein totes Baby, später im Meer schwimmende, abgetrennte Köpfe. «Es war schrecklich und unfassbar für ihn, kein einziges Anzeichen von Leben zu sichten», sagt Katherine. Als die Küstenwache die Suche nach Leben für beendet erklärte, erachteten viele ihre Arbeit als sinnlos. Kommen Jim und Katherine wieder zusammen? «Gut möglich», sagt sie.

John Beale, Ladenbesitzer
Acht seiner Angestellten musste der Krämer John Beale in den ersten Tagen nach dem Crash entlassen. Die Kunden blieben aus. Beale betreibt in Peggy’s Cove und im Flughafen von Halifax zwei Läden, in denen er Produkte lokaler Kunsthandwerker, Wollpullover und Ledermäntel verkauft. Weil die kanadischen Behörden den Zugang nach Peggy’s Cove abgesperrt hatten, musste Beale das Geschäft schliessen. Niemand habe sich bei ihm nach den Folgen erkundigt, weder die Swissair noch die kanadischen Behörden, sagt Beale. Darüber sei er «schwer enttäuscht». Nein, profitieren wolle er keineswegs vom Desaster. Er denke nur ans Personal. Beale hat Glück. Am Montagabend ist Peggy’s Cove wieder offen.

Richard E. Walsh, Dorfpfarrer
In der Nacht des Absturzes war der anglikanische Dorfpfarrer von Peggy’s Cove, Richard E. Walsh, sofort zur Stelle. Er versuchte, den Fischern, die die ersten Leichenteile bargen, seelischen Beistand zu leisten. Sein schütteres Haar bedeckt der 60-jährige Priester unter einer Seemannsmütze. Bald war Walsh der heimliche Star in Peggy’s Cove, der Liebling der Medien. Weil er offen spricht, interviewt ihn CNN, für NBC und für TeleZüri spricht er ins Mikrofon. Es sei wichtig, dass die Angehörigen gekommen seien, ist Walsh überzeugt. «Nur so können sie den Verlust verarbeiten.» Er verbringt viel Zeit in der Zone, die den Familien vorbehalten ist. Nur am Samstag hat Walsh eine Verpflichtung: Er verheiratet ein junges Paar.

Arlen Crocker, Bauarbeiter
In seiner Freizeit zimmert der Bauarbeiter Arlen Crocker in Indian Harbour, dem Nachbarort von Peggy’s Cove, Möbel. Einen Gartentisch hat er kurzfristig zur Gedenktafel umgestaltet. Darauf drückt er den Angehörigen sein Mitleid aus. «Es ist das Mindeste, das ich tun kann», sagt Crocker. Er hörte den Krach des Crash von seiner Küche. Dort bereitet Crocker ein Leidmahl zu; seine Stiefmutter wurde am selben Tag beerdigt. «Ich dachte, es seien die Burschen, die oft mit ihren Motorrädern der Küste entlang fahren», sagt er. Erst das Radio klärte ihn auf. Das Unglück habe alle zusammengeschweisst. «Alle waren bereit zu helfen. So sind wir in Nova Scotia.» Er möchte dafür sorgen, dass bald ein SR-111-Denkmal gebaut wird.

Bob Taylor, Leutnant der Küstenwache
Bob Taylor arbeitet seit 25 Jahren für die kanadische Küstenwache. Der Leutnant ist zuständig für die Mobilisierung der lokalen Hilfskräfte. Fischer in der Region um Halifax bietet er innert Stunden auf. Ihre Schiffe werden in funktionstüchtige Bergungskutter umfunktioniert. «Statt Hummer gingen bei einigen Körperteile ins Netz», sagt Taylor. «Es war für alle ein schwer zu ertragender Anblick.» Beeinträchtigt wurden die Mannschaften der Küstenwache durch aufsteigende Kerosindämpfe. «Einigen wurde schwindlig und schwarz vor den Augen», sagt Taylor. Es beteiligten sich 1480 Leute auf See und 245 an Land an der Suche nach Überlebenden. Acht Schiffe und zwei Helikopter der Marine waren im Einsatz.

Anna-Maria Kroeck, Wirtin
Vor zwei Jahren wanderte die deutsche Wirtin nach Nova Scotia aus, «wegen der politischen Situation in Deutschland». In Indian Harbour, dem Nachbardorf von Peggy’s Cove, betreibt Kroeck «The Old Fisher House», eine Frühstückspension mit drei Zimmern. Um dem TV-Team der ARD Platz zu machen, zog Kroeck in den Wohnwagen neben dem Haus. Sie fürchtet, die eben angekauften Schnorchel und Flossen erweisen sich als Fehlinvestition. «Es will hier doch niemand mehr schnorcheln», sagt sie, «wenn da so menschliche Körperteile herumschwimmen.» Sie findet das Unglück «ganz schrecklich». Trotzdem bedauert sie, in dieser Nacht beim Homöopathen in Halifax gewesen zu sein. «Ich musste mir alles vom Nachbarn erzählen lassen.»

Jeffrey G. Katz, Swissair-Chef
Sieben Stunden nach dem Absturz der MD-11 flog der Swissair-Chef an Bord einer Sondermaschine nach Halifax. Der weltoffene Kalifornier, seit anderthalb Jahren Leiter des Fluggeschäfts der SAirGroup, stellte sich der amerikanischen und kanadischen Öffentlichkeit – und entpuppte sich als wahrer Glücksfall für die Swissair. Auch im Umgang mit den nach Peggy’s Cove gereisten Angehörigen zeigte der 43-Jährige Einfühlungsvermögen und Anteilnahme. Die Presse lobte er ausdrücklich für deren «respektvollen Umgang in der für alle schwierigen Situation». Einmal fuhr Katz 50 Kilometer, um zwei Minuten zu reden. Katz war zuletzt Manager bei American Airlines. Er hat 20 Jahre Erfahrung im harten US-Fluggeschäft.

Weitere Geschichten und Reportagen zum Absturz der Swissair-Maschine:

Der letzte Kampf von Raging Bull, Facts, 17. September 1998

Allein mit dem Meer und den Toten, Facts, 1. Oktober 1998

Die Firma fürs Grobe, Facts, 1. April 1999

Copy Paste 2.0

google1.jpgAt the end of June, The Atlantic Monthly published an interesting cover story about the effects of the Internet on the human brain. Under the provocative headline “Is Google Making Us Stupid?” author Nicholas Carr wrote a personal story on how the Internet has changed the way he’s reading, acting, and learning. Carr wrote that the use of the Internet and interactive media has changed they way he thinks:

Over the past few years I’ve had an uncomfortable sense that someone, or something, has been tinkering with my brain, remapping the neural circuitry, reprogramming the memory. My mind isn’t going—so far as I can tell—but it’s changing. I’m not thinking the way I used to think.

 

spiegel.jpgToday, German weekly magazine Der Spiegel published a cover story on the effects of the Internet on the human brain. It is titled “Macht das Internet Doof?” Three writers write about how the Internet has changed the way we think, act and learn.

Both cover pages look almost the same.

Of course, the Spiegel piece is well written, well researched and it also references Carr’s ideas. But the German story might be a perfect example on how the Internet is making journalism and journalists both stupid and lazy. Instead of coming up with original concepts, writers and editors of well regarded magazines like Der Spiegel often just surf the web for ideas. Or they adapt other magazine’s stories and pretend to be original.

What’s really funny: Der Spiegel blames the Internet for creating a culture of copy pasting. In my opinion, there is no other industry that has embraced copy and paste more widely than journalism.

By the way, critical voices about the Internet are not all that new. Ten years ago, the now defunct Swiss magazine Facts published a cover story titled “Alptraum Internet”, Nightmare Internet.

Swiss Gangsters

briefkastenschweiz.jpgIn Switzerland, even gangsters try to be efficient and civilized. On August 1, my wallet was stolen by a group of sophisticated pickpocket artists. They observed me while I took out some money at a Cash machine. Five minutes later, my wallet was gone – snatched from my pockets in a small Swiss town called Baden.

“This happens all the time”, a police officer told me later. “They always attack in groups”.

Of course, I was devastated. All my important ID cards plus a couple of credit cards were stolen. Immediately, I canceled my credit cards, and filed a report with the local police.

Three days later, I received an e-mail from a local postmaster. The Post Office found my wallet in an official yellow Swiss mailbox. All the cash was gone, obviously. But my ID cards, credit cards and even old receipts were still there, completely untouched. “Thieves do this very often”, the postmaster told me. “They take the money and throw the wallet in the next mailbox.”

Wow. One has to be impressed by Swiss thieves. Where else in the world do gangsters show empathy for their victims? In Switzerland, thugs keep the money but make sure to get everything else back to the rightful owner.

UBS Reader

martin_liechti.jpgDie UBS ist in den USA in Bedrängnis geraten. Vor einem Gericht in Florida hat Ex-UBS-Banker Bradley Birkenfeld gestanden, wohlhabenden US-Kunden bei der Steuerflucht geholfen zu haben.

Das U.S. Department of Justice untersucht, ob die Schweizer Bank über Offshore-Konten US-Bürgern zur Steuerflucht verhalf. Die amerikanische Börsenaufsichtskommission SEC will wissen, ob die UBS in den USA ohne Lizenz Anlagetipps abgab.

Senator Carl Levin geht gegen Steueroasen vor. UBS-Manager Martin Liechti (Bild, beim Verlassen des Senatsgebäudes) wird Ende April in Miami festgehalten. Mitte Juli wird er vor einen Senatsausschuss zitiert, wo er die Aussage verweigert.

UBS-Finanzchef Mark Branson entschuldigt sich für das Fehlverhalten der UBS. Die UBS beschliesst, künftig US-Kunden nur noch von den USA aus zu betreuen. Ein Bericht der US-Regierung belegt: vor allem US-Banken verwalten amerikanische Vermögen im Ausland.

Eine Sammlung von Artikeln und wichtigen Dokumenten.

Artikel

“Es war ein Kniefall”, Interview mit Mark Branson, Weltwoche, 24. Juli 2008

Riskanter Auftritt, Weltwoche, 24. Juli 2008

“Amerikaner bellen den falschen Baum an”, Sonntag, 20. Juli 2008

Alptraum Birkenfeld, Bilanz, 18. Juli 2008

Martin Liechti sagt aus, Bilanz, 15. Juli 2008

“Kein Angriff auf das Bankgeheimnis”, Interview mit John C. Coffee, Weltwoche, 26. Juni 2008

Bankdaten gegen Straffreiheit, “Sonntag”, 22. Juni 2008

“Bankgeheimnis schwierig zu verteidigen”, “Sonntag”, 8. Juni 2008

UBS sucht Deal mit US-Behörden, “Sonntag”, 1. Juni 2008

Cowboy-Methoden, Hossli.com, 11. Mai 2008

Dokumente / Links
Senatshearing zu Banken und Steueroasen

GAO-Report zu QIs

Tax Haven Banks and US Tax Compliance, US-Senats Bericht von Carl Levin

Opening Statement von Mark Branson (UBS), Senat-Hearing 17. Juli 2008

Wohnsiedlung von Bradley Birkenfeld in North Weymouth

Anklageschrift gegen Bradley Birkenfeld

Schuldbekenntnis von Bradley Birkenfeld

Verhör-Protokoll von Bradley Birkenfeld

Statement UBS / English

Statement UBS / Deutsch

Liechti-Befragung nach einer Minute zu Ende

UBS-Banker Martin Liechti hat heute vor einer Subkommission des US-Senats die Aussage verweigert. Damit nutzte er sein verfassungsmässiges Recht, sich als Zeuge nicht selbst belasten zu müssen.

Derweil dauerte Liechtis Befragung durch die US-Senatoren Carl Levin und Norm Coleman nicht länger als eine Minute. Liechti legte einen Schwur ab, die Wahrheit zu sagen, verweigerte die Aussage und hastete anschliessend zusammen mit drei Anwälten aus dem Bürogebäude des Senats.

Mehr zum Fall UBS

Is Apple the new Microsoft?

iphone_small.jpgApple’s new iPhone is a hit. Everybody wants it. But the high global demand has crashed Apple’s servers. Thousands of iPhone buyers are stuck with phones that can’t make calls. The new MobileMe service has been on-and-off all day. It still works rather spotty. Owners of the old iPhone can’t activate its new software.

It seem as if Apple is experiencing the sweet smell of success. It’s harder to handle a lot of customers than just a few. Just ask Microsoft.

Jugend 96 Redux

jugend96.jpgAutor Bänz Friedli reflektiert für Radio DRS über die Schweizer Jugend 2008 – und wie die Medien damit umgehen:

Jede zweite Schlagzeile verkündet es: Die heutige Jugend ist schlimmer als früher!

Bezug nimmt Friedli auf eine Facts-Titelgeschichte vom 18. Januar 1996: Rumhängen, kiffen, knallen

Wie Jugendliche in der Schweiz damals über Drogen, Sex und Gewalt sprachen: “Kiffen ist am geilsten”

Steiger on the Journal

steiger.jpgWhile doing a story for Swiss business magazine Bilanz on the Wall Street Journal, I interviewed former managing editor Paul Steiger. The interview was conducted before Robert Thomson was appointed the Journal’s new managing editor. Steiger runs the non-profit newsroom ProPublica.

Excerpts:

On how Murdoch’s approach differs from the Bancrofts’:

Steiger: It’s changed dramatically in the sense that the new owner is a serious newspaper proprietor. And he’s got ideas about how the paper can improve, expand its audience, have more impact. And so he’s gonna be much more of an activist. Whereas the Bancroft’s delegated control to the board of directors and management.

On whether he sees a culture change at the Wall Street Journal.

Steiger: I don’t know. All I know is what I see in the paper. And the paper looks fine to me.

On whether the view on business journalism has narrowed since Rupert Murdoch bought Dow Jones.

Steiger: I don’t know what they’re talking about. I don’t see any narrowing of the definition of business. On the contrary, the paper seems more interested in covering or the paper seems interested in more coverage of politics and foreign affairs than ever before, without giving up its business franchise. So anybody who tells you that they’re narrowing the definition of what constitutes business, that’s just nuts.

On whether a sports section, more political news and fashion coverage will endanger the Journal’s niche.

Steiger: If you do it ineptly, sure. I don’t see any evidence that they’re gonna do that. I mean so far they’ve been retaining their dominance of business coverage. And they’ve been adding other stuff. As long ago as I can remember, the Journal’s always had strong political coverage. Strong coverage of social trends. Strong coverage of foreign affairs. Not tons and tons in terms of column inches. But very strong, well selected pieces. And so to say that the Journal narrowly defined its niche and stayed there in the past is just wrong. The Journal’s always taken a broad view of what business readership is interested in. And has attempted to provide that. And what the new ownership seems interested in doing is intensifying the coverage of politics in international affairs. And but not losing the dominance of business coverage. I don’t see anything wrong with that as a strategy.

On whether Murdoch’s capital infusion has improved the morale at the Journal after years of downturns and layoffs.

Steiger: I never place much stock in assessments of morale. I think that there are always things to worry about. And journalists are trained to see risks and dangers. And so there’s always in any newsroom, there’s always a certain amount of apprehension. Now in recent years at the Journal there have been two powerful reasons for apprehension. One is the chaos that’s taking place in the business model of print newspapers. And that has people rightly concerned about the future of the business. And then there’s the arrival of new ownership, which on the one hand you’re quite right, has brought new money. I mean the Journal is one of the few daily papers that’s expanding.

But it’s also brought apprehension over what kind of changes might occur to the culture. And that apprehension was stirred by, you know, making a change in the managing editor so quickly. You can expect to have a certain amount of turmoil for a while. But it’s turmoil that is mitigated to some extent that unlike, you know, let’s say the New York Times and the Washington Post, two great papers which are going through buyouts and layoffs. The Journal in general is – while it’s made some targeted cost reductions – it’s been expanding its investment in the product.

On the future of business journalism.

Steiger: It’s instructive to think in terms of what’s going on in print journalism, as an analog of what has happened in the music business. You know, the music business has been totally transformed by the Internet. It’s no longer possible to sell huge numbers of CDs at $18.49 a pop. Because you can go on iTunes and get individual songs for .99 and I forget what it costs to buy an album, you know, $9.99 or $12.99, something like that. And if you’re a, you know, a teenager or a college kid, you go on and get ‘em for nothing with file sharing. But does that mean there’s no music? Of course not. There’s more new music than ever before. And there’s a certain analog to that in the newspaper business. Where the web is making available for free all the announcement news. I mean you get the wires for nothing. Business news. Sports, weather statistics, stock prices and opinion, you know, more opinion than you’ve ever seen before.

There are really only two things that are missing. And one is investigative reporting. And the other is foreign reporting. And why? ‘Cause those are both very expensive. And so what is going to, first of all replace foreign reporting and investigative reporting, and then second, what is going to permit a continued expansion of what’s available to audiences who are interested in news?

There are two main avenues. One is the non profit sector. The second domain is what I call a cross subsidy. Where you have a diversified corporate entity, which includes one or more print newspapers in the mix. It includes investigative journalism or foreign correspondence in the mix. And there are more examples of that than you might think. Washington Post company now is a perfect example of that. It’s got Kaplan. Its educational side is bigger than its news side. And the existence of Kaplan within the company permits the subsidy of the Washington Post newspaper and Newsweek Magazine. And the broader company probably benefits from having those entities within its walls because it gives greater prestige, gravitas to Kaplan.

Another example is Bloomberg. Bloomberg could probably get along just fine with between 500 and maybe at most 800-900 journalists to cover its business bases. But there are like 2,200 journalists at Bloomberg. And they cover all kinds of things. And now why do they do that? I think in part because it helps promote the Bloomberg name. But secondly it casts the Bloomberg company, in a quasi-public service kind of posture. So there are cross subsidies there.

On Rupert Murdoch’s interest in the Wall Street Journal and Dow Jones.

Steiger: Well I mean I think he hopes to make money. But I also think that he’s looking to expand his own influence. And one can imagine a variety of scenarios under which the fortunes of News Corps as a whole would be enhanced by having something as prestigious as the Wall Street Journal in the company.

On Murdoch’s strategy.

Steiger: The most likely scenario is that he increases the penetration of the Wall Street Journal’s journalism. And thereby increases the revenues and profits of the newspaper itself. And also enhances the ability of other entities within News Corps to get access to the properties and the investment partners and the political and regulatory leaders that they would like to have access to.

On whether this is an golden age for journalism.

Steiger: The golden age is over. It may well be replaced by a new golden age. There’s gonna be a lot of heavy digging to find the vein.

On what will happen to this legacy.

Steiger: I have high hopes that it’ll be enhanced.

So long, Sydney

pollack.jpgHeute starb der amerikanische Regisseur und Schauspieler Sydney Pollack an Krebs. Er war 73 Jahre alt. Vor zwölf Jahren traf ich ihn im Zürcher Hotel Dolder zum Interview. Er hatte eben ein Remake des Billy-Wilder-Klassikers «Sabrina» gedreht.

Pollack flog damals im Privatflugzeug in die Schweiz. Nicht als Passagier, er flog selbst.

Was fasziniert sie am Fliegen?
Pollack: Ich spiele weder Tennis noch Golf und kann es mir überhaupt nicht vorstellen, einen ganzen Tag auf einem Rasen zu verbringen und einem Ball hinterherzulaufen. Beim Fliegen hingegen werden meine beiden Hirnhälften beansprucht. Es gibt einen Teil des Fliegens, der sensibel, akrobatisch, athletisch, fast künstlerisch ist. Es ist schlicht sensationell, in der Luft zu sein. Der andere Teil ist technisch extrem anspruchsvoll.

Das ganze Interivew

“The Nazis” for Dad

for_daddy.jpgToday, I went to Barnes & Noble in Brooklyn Heights with my two daughters. As usual, the store had a special table filled with bookish gift ideas for an upcoming event. I noticed a reddish “For Dad” sign, promoting father’s day.

The books on the table made me desire a tie.

If it’s up to Barnes & Noble Brooklyn dads will get “The Nazis”, “In Search of Famous Shipwrecks”, “Muscle Cars”, “The History of the CIA” or “Tanks” for father’s day.

Do sales people at B&N really think that fatherhood is bad enough so dads want to escape it reading about Goebbels and Corvettes?

Boys Will Be Boys

edwards.jpgThe Democrats are playing a dangerous game. They ignore the sentiments of two crucial demographics they need desperately if they want to beat John McCain in November – women and rural voters.

Yesterday, Hillary Clinton beat Barack Obama by more than 40 points in the crucial swing state of West Virginia. Not since 1916 have the Democrats won the White House without winning in West Virginia. Obama’s poor showing demonstrated once more his weakness among rural voters, and among women. Both groups have been deciding American elections for decades.

Today, two men acted like West Virginia never happened. Following rather condescending words of praise for Hillary Clinton, John Edwards endorsed Barack Obama as his choice for president.

It looks very unlikely that Clinton can turn this primary contest around. But the image of two aggressive looking guys rubbing it into her face is certainly not attracting many women who had hoped to finally see a female president.

Until the Last Dog Dies

clinton_times.jpgMuch has been said about Bill Clinton’s apparently meager performance on the campaign stomp. The Daily New asked the questions whether Clinton lost his mojo after his heart bypass surgery in 2004. Some even suggested he is jeopardizing the candidacy of his wife on purpose.

Most of it has been anti-Hillary rhetoric, as the New York Times explains in an enjoyable piece of Clinton-nostalgia. Writer Adam Nagourney describes how Bill Clinton got his groove back, and how he really enjoys campaigning in small towns.

He seems to be believe that Hillary Clinton can still win this race. Should she upset the Democrats by winning Indiana and North Carolina, Nagourney argues, her husband deserves a big share of the credit. Just like in 1992 the former president seems to be willing to work “until the last dog dies”.

Air Needs Assistant – The Sequel

As noted here before, Apple’s ultra thin laptop Mac Book Air looks awesome while being limited. We suggested that owners of such a computers need assistants who carry all those additional cables, drives and computing power that the Air lacks.

Chinese computer maker Lenovo picks up on this notion in a funny spoof on Apple’s commercial for the Air Book. The ad’s message: While the Lenovo X300 does not fit into an envelope, it’s a complete computer without the need for add-ons.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=_hnOCUkbix0]

Swiss Gold for Starbucks

mastrena_obs.jpgA little more than a year ago, Starbucks CEO Howard Schultz warned in memo about “the commoditization of the Starbucks experience”. Schultz specifically blamed the Swiss made espresso machines, which “blocked the visual sight line the customer previously had to watch the drink being made, and for the intimate experience with the barista”.

Swiss manufacturer Thermoplan was worried. At the time of the memo Starbucks bought 50 percent of their production. Since 1999 Thermoplan has been delivering automated espresso makers to every Starbucks store around the globe.

Thermoplan acted fast. They’ve just introduced a brand new machine, specifically designed for Starbucks. It is called Mastrena (pictured), and it looks like it was designed by a prop master for “Star Trek”. Schultz calls it the “gold standard among espresso machines”. It’s much lower profile enables baristas to connect with customers.

Starbucks wants to aggressively rollout the new machines. By the end of the year, 30 percent of all U.S. stores should have it, by the end of 2010 the Mastrena rate should stand at 75 percent.

Thanks to the Mastrena, Thermoplan will increase its revenue by 35 percent. The small, family owned company in Weggis, Lucerne, will hire an additional 40 employers to manufacture the new machines. Their dependency on Starbucks also increases. From now on, the coffee chain giant buys up 65 percent of Thermoplan’s production.

Early last week, Starbucks managers traveled to Switzerland and threw a mountaintop party for Thermoplan’s 210 staff members. “They told us that Starbucks wouldn’t be where they are without us”, says Thermoplan managing director Adrian Steiner.