tommie_smith1.jpg

«Ich wars, Tommie Smith»

Mit der Goldmedaille am Hals reckte er die Faust zum Himmel: Eine einzige Geste machte den schwarzen Sprinter 1968 unsterblich. In den vierzig Jahren seither wird er täglich darauf reduziert. «Gott», sagt Tommie Smith, «hat mir eine Bürde auferlegt, die ich tragen kann.»

Von Peter Hossli (Text und Fotos)

tommie_smith.jpgMr. Smith, Ihre Weltrekordzeit über 200 Meter lag 1968 bei 19,83 Sekunden. Wie lange brauchen Sie heute für diese Distanz?
Tommie Smith: Nicht mehr als 24 Sekunden. Das ist nicht schlecht für einen 63-Jährigen, oder? Lassen Sie mich aber ein paar Monate trainieren, sonst geht mir dabei die Puste aus.

Sie haben jahrelang Sprinter trainiert. Erkennen Sie ein Talent an den Beinen oder in den Augen?
Smith: Es reicht nicht, schnell zu rennen. Alle können schnell rennen. Sprinter sind Techniker, Künstler und Wissenschaftler zugleich. Gut sind sie, wenn sie an sich glauben. Die Arbeit beginnt also im Kopf. Danach geht es südwärts zu den Schultern, den Armen, zur Brust bis hin zu den Füssen.

Wie wird aus einem Sprinter ein Gewinner?
Smith: Gewinnen ist eine mentale Angelegenheit. Es gewinnt nicht der, der zuerst die Ziellinie erreicht. Es gewinnt, wer so schnell rennt wie er rennen kann.

Sie haben oft gewonnen. Warum?
Smith: Ich wollte aus meinem Dasein als Farmpächter ausbrechen. Als Feldarbeiter diente ich stets der Gruppe. Je mehr ich tat, desto besser ging es uns allen. Dieser Sinn für die Gemeinschaft bildete mein Bewusstsein. Als ich dann realisierte, dass Siege mich vom Feld weg brachten, wollte ich der Beste werden, wollte ich immer als Erster über die Ziellinie sprinten, die Hände gen Himmel recken und dazu breit Grinsen.

Ihren grössten Sieg erlangten Sie an den olympischen Spielen von 1968 über 200 Meter. Warum gewannen Sie dieses Rennen?
Smith: Ich musste es gewinnen, weil ich etwas sagen wollte. Es ging um mehr als dieses Rennen. Es ging um die sozialen Spannungen in unserem Land, um die Ungleichheit der Rassen, die ich ins Rampenlicht rücken wollte. Der Sieg gab mir ein Podium, darüber zu reden.

tommie_smith_mexico_city_19681.jpgAn der Siegerehrung reckten Sie die Faust zum Black-Power-Protest. Wann fiel der Entschied dazu?
Smith: Kurz vor dem Rennen. Zwar wusste ich schon lange, dass ich meine Demut und meine Menschlichkeit zum Ausdruck bringen wollte. Da ich kein Mikrofon hatte, bot sich mir die Siegerehrung als Bühne für eine sichtbare Geste an. Damit zeigte ich meinen Leuten und der Welt meinen Glauben an Menschenrechte. Um mehr ging es gar nicht.

Es gibt viele Theorien darüber, wer den stillen Protest angezettelt hatte. Wer fällte am Schluss den Entscheid?
Smith: Ich wars, Tommie Smith. Kurz vor der Siegerehrung sass ich in der Katakombe, 25 Meter entfernt von der Ziellinie. Dort entschied ich mich, einen schwarzen Handschuh an der rechten Faust zu tragen.

Später hiess es, Sie seien von Amerikas schwarzen Radikalen gedrängt worden.
Smith: Niemand hat mich gedrängt. Ich tat genau das, was ich tun wollte. Wir Schwarzen waren Teil des olympischen Projekts für Menschenrechte. Während den Spielen war es aber jedem selbst überlassen, etwas zu tun. Vor mir hatten schwarze US-Sprinter bereits Staffelgold geholt. Sie taten nichts, weil sie Angst hatten, Geld zu verlieren.

Wie kamen Sie zu den Handschuhen?
Smith: Tage vor dem Rennen bat ich meine Frau, mir ein Paar zu bringen. Noch wusste ich nicht, was ich damit tun würde.

Wo kaufte sie die Handschuhe, in Mexiko oder in den USA?
Smith: Ich weiss es nicht. Sie hat es mir nie erzählt.
Sie trugen einen Handschuh an der rechten Hand, der Bronzemedaillengewinner John Carlos einen an der linken. Beim offiziellen Black-Power-Gruss reckt man nur die Rechte zum Himmel. Warum baten Sie Ihre Frau nicht um ein zweites Paare?

Smith: Ich wusste nicht, was John vorhatte. Wir beide handelten alleine, also gab es keinen Grund, ein zweites Paar zu organisieren.

Zwischen Ihnen und John Carlos gab es jahrelangen Streit darüber, wer die Idee hatte. Bat er Sie um den Handschuh oder haben Sie ihn ihm angeboten?
Smith: Er hat mich weder danach gefragt, noch habe ich ihm den Handschuh angeboten. Ich sagte zu ihm «wenn Du willst, kannst Du ihn haben». John ist ein intellektueller Kerl, der genau weiss, was er will. John und Tommie waren zwei verschiedene Personen am gleichen Ereignis. Da es meine Handschuhe waren, nahm ich den rechten, John kriegte den linken.

Alle reden über die Fäuste. Sie trugen an der Siegerehrung keine Schuhe sondern schwarze Socken…
Smith: … ich rannte das Rennen in schwarzen Socken. Es war das erste Mal überhaupt, dass schwarze Socken in einem olympischen Sprint getragen wurden. Es waren keine Sportsocken sondern elegante Socken. Wie die Handschuhe standen sie für unser Bedürfnis zu überleben. Die schwarzen Handschuhe standen für Glück, für unseren Stolz, für unsere Macht. Heute noch recken Sportler ihre Faust gegen den Himmel wenn ihnen einen Dreipunkte-Wurf oder ein Touchdown gelungen ist. Damit strahlen sie Stärke aus. Unser Protest wurde als Black Power ausgelegt, was zulässig ist. Zwei schwarze Athleten trugen schwarze Handschuhe. Wir traten für die Solidarität unter den Schwarzen ein.

tommie_smith_peter_hossli.jpgWarum trugen Sie keine Schuhe?
Smith: Die Socken standen für unsere Armut. Der Anblick der nackten Füsse hatte etwas sehr Erhabenes.

Ihr Ausrüster Puma war sicher wütend, dass Sie Ihr Arbeitswerkzeug ablegten.
Smith: Bis heute hat Puma mit mir nie auch nur ein Wort darüber gewechselt. Zudem stand ein Schuh ja auf dem Podest. Ich hielt ihn zuerst in der linken Hand. Als es aus dem Lautsprecher «Tommie Smith, Gold Medal, 19,83» schalte, streckte ich beide Arme jubelnd in die Luft. Dann beugte ich mich und liess mir die Medaille um den Hals hängen. Ich bückte mich weiter und stellte den Schuh neben meine Füsse.

Während der Nationalhymne streckten Sie die geballte Faust in die Luft. Was ging Ihnen durch den Kopf?
Smith: Oh, Gott, das war ein ergreifender Moment. Alles raste mir in wenigen Sekunden durch den Schädel, die Jahre, Stunden und Minuten, die ich für das Menschenrechtsprojekt geopfert hatte, meine Arbeit auf den Feldern in Texas, die ständige Ausbeutung, die mein Vater erlebt hatte, nur um Geld für Brot zu verdienen. Es kam alles zusammen.

War das ein intellektuelles oder emotionales Erlebnis?
Smith: Ich bin ein intellektueller Mensch und vergesse das Emotionale oft. Dieser Moment aber war sehr emotional. Alles schien darin verpackt zu sein. Glück. Trauer. Gebete. Vergebung. Tod. Es war eine Explosion. Ich erinnere mich, wie ich betete und Gott dankte, dass er mich hierher gebracht hatte. Danach sagte ich zu ihm: «Bring mich rasch wieder weg.»

Neben Ihnen stand Peter Norman, der australische Silbermedaillengewinner. Wussten Sie überhaupt, dass ein Weisser so schnell rennen kann?
Smith: Bis nach dem Rennen kannte ich ihn nicht.

Norman steckte sich für die Siegerehrung eine Menschenrechtsplakette an. Analysten sagen noch heute, es sei wichtig gewesen, dass ein Weisser an dem Protest beteiligt war.
Smith: Für mich war es komplett unwichtig. Ich kümmerte mich weder um Peter noch um John. Ich kümmerte mich allein um Tommie Smith. Ich war ja verletzt an den Start gegangen. Hätte ich nicht gewonnen, hätte ich an der Siegerehrung nichts unternehmen können. Ich hätte mich lächerlich gemacht. Der Sieg gelang mir dank Gottes Hilfe. Wie sonst ist es möglich, dass jemand mit einem gezerrten Muskel schneller rennt als je zuvor?

Was hat der Protest gebracht?
Smith: Wenige schwarze Sportler hatten damals die Möglichkeit, über die Situation in unserem Land zu reden. Ich konnte das mit einer stillen Geste tun. Ich stand zuoberst auf dem Podest und die ganze Welt sah zu. Danach habe ich weiter geredet und meine Rede verbessert. Mein Akt hat seither viele berührt.

Er war gewaltlos. Andere Schwarze wehrten sich gewaltsam. Was bringt mehr?
Smith: Ich habe damals beides in Betracht gezogen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Nach Ihrer Rückkehr in die USA wurden Sie als Landesverräter kritisiert. Waren Sie überrascht?
Smith: Nein, mein Akt in Mexiko City entsprach nicht dem Amerika des Apfelkuchens. Ich öffnete dem Land die Augen, die Wahrheit zu sehen. Zuvor sagten alle, «wir sind gleich». Ihnen entgegnete ich, «nein, wir sind so lange nicht gleich wie es Gesetze gibt, welche die Ungleichheit festigen.»

In den USA wurde die Aktion zu einem «schwarzen Protest» abgestempelt.
Smith: Wer das sagte, hatte nichts begriffen. Es ging um Menschenrechte, nicht um schwarze Rechte. Schwarze sind Menschen bevor sie Rechte haben.

tommie_smith_book.jpgHassten Sie Amerika?
Smith: Ich hasste Amerika damals nicht, und ich hasse es heute nicht. Ein Konservativer kam zu mir und sagte: «Du hast uns bloss gestellt.» «Warum?», fragte ich. «Du hast auf der Weltbühne vorgeführt, wie wir unser Land verbessern müssen. Das hätten wir intern lösen sollen.» Ich sagte, «es dauert schon fast 400 Jahre und es ist nicht sehr viel passiert.» «Doch, ich nenne Dich öffentlich nicht mehr Nigger.» «Aber Du denkst es noch immer», sagte ich. «Ja, das tue ich, da Du anders aussiehst und anders denkst als ich. Deshalb gibt es einen Unterschied zwischen dem, was Du kriegst, und dem, was ich kriege.»

Dafür wurden Sie bestimmt herzlich empfangen von den 68ern, den Flower-Power-Mädchen, von Jane und Peter Fonda, vom liberalen Hollywood.
Smith: Niemand hat mich begrüsst, diese Leute schon gar nicht. Kein einziger weisser Liberaler ist zu mir gekommen und hat mich gefragt, wovon ich eigentlich rede. Sie kämpften für ihre eigene Freiheit, für eine weisse Freiheit. Sie kämpften nicht für uns Schwarze, obwohl wir ihnen die Türen geöffnet hatten. Kein Weisser hat mich jemals als Helden gesehen. Weder Peter noch Jane Fonda noch sonst irgendeiner der liberalen Bewegung hat mir einen Brief geschrieben oder mich angerufen.

Sie hatten wohl Angst vor der militanten schwarzen Gruppe Black Panthers, mit der Sie in Verbindung gebracht wurden. Waren Sie ein Mitglied?
Smith: Nein, ich hatte mit den Black Panthern nichts zu tun. Aber ich hielt sie für eine wichtige Bewegung und unterstützte deren Ideale. Sie begegneten Gewalt mit Gewalt und setzten damit einen Gegenpol zu Dr. Martin Luther King, der gewaltfrei auf Gewalt reagierte.

Sie kriegten nach Ihrer Rückkehr Todesdrohungen. Haben Sie den stillen Protest jemals bereut?
Smith: Nein, nie.

Nach den olympischen Spielen wollten Sie professionell Football spielen. Warum klappte es nicht?
Smith: Vor den Spielen gaben mir die Los Angeles Rams einen Profi-Vertrag. Danach sagte mir der Besitzer, sie würden mich wegen Mexiko City nicht mehr wollen.

Vor zwei Jahren bezeichnete ein Sportkolumnist der «New York Times» Sie und John Carlos als «grösste Helden des Sportes». Fühlen Sie sich nun rehabilitiert?
Smith: Zumindest bin ich mit der Zeitung einverstanden. Es brauchte sehr viel Mut als junger schwarzer Mann sein Leben aufs Spiel zu setzen, um einen sozialen Dialog in Gang zu setzen.

Das Bild von der Siegerehrung gehört zu den bekanntesten Sportbildern überhaupt. Wie lebt man damit, auf eine einzige Geste reduziert zu werden?
Smith: Gott hat mir eine Bürde auferlegt, die ich tragen kann. Mir gelingt das sogar ganz gut, meist mit einem Lächeln im Gesicht. Ich sehe das Bild nicht als etwas Beschwerliches, sondern als grosse Verantwortung.

Amerika liebt seine Ikonen. Warum hat Hollywood nie einen Spielfilm über die Hintergründe des Bildes gemacht?
Smith: Ich hätte gerne eine tiefschürfende Antwort auf diese Frage. Die gibt es aber nicht. Die Antwort ist simpel: Tommie Smith hat die Wahrheit dargestellt. Diese Wahrheit, die man noch heute jeden Tag sieht, verkauft sich an der Kinokasse nicht.

Dann hat Sie Ihre Geste nicht reich gemacht?
Smith: Reich? Oh, nein. Meine Frau hat mir unlängst gesagt, ich soll diesen Anruf nicht beantworten, es sei eine Inkassofirma. «Tommie, Du gibst so viel Geld aus und hältst so viele Reden, bei denen Du nicht bezahlt wirst», sagt sie oft. Ich sage, «ich will das machen». «Dann bleibst Du halt arm», sagt sie.

Was bedeutet Ihnen Geld?
Smith: Mit Geld kaufe ich meiner Frau, meinen Grosskindern und mir Schuhe und Kleider. Zehn Prozent meiner Einkünfte gehen an meine Kirche.

Schwarze Sportler wie Sie oder Muhammad Ali erhoben damals öfters ihre Stimme. Warum tun sie das heute nicht mehr?
Smith: Die Sportler liegen heute in schweren Ketten. Mit sehr viel Geld hat man ihr Schweigen gekauft. Um das Geld beneide ich sie nicht, denn ich konnte reden.

Braucht es heute denn noch Proteste?
Smith: Viele Menschen haben ihr Leben gelassen, damit die Lage der Schwarzen besser geworden ist. Heute kann ich im Süden leben und sagen was ich will. Die Weissen hören zu. Noch stimmen sie mit mir nicht überein, aber sie verstehen mich.

Statistiken zeigen ein anderes Bild. Schwarze füllen Gefängnisse. Sie sind Täter und Opfer vieler Morde. Die Arbeitslosigkeit unter Schwarzen ist höher als unter Weissen. Schwarze Anführer, etwa der Schauspieler Bill Cosby, schieben die Schuld zunehmend den Schwarzen selbst zu, die keine Verantwortung übernehmen. Väter verlassen ihre Kinder.
Smith: Spricht Bill Cosby, hören die Schwarzen zu. Er siedelt die Familie im engen Kreis an, nicht innerhalb der Gemeinschaft. Es ist aber die Gemeinschaft, die es schwarzen Vätern nicht erlaubt, ihre soziale Pflicht wahrzunehmen. Die Väter sind gezwungen, weit weg Jobs zu suchen. Deshalb können sie sich nicht um ihre Familien kümmern.

Damit schieben auch Sie die Verantwortung ab?
Smith: Wir alle müssen verantwortungsbewusst handeln. Aber schauen Sie sich doch einmal die sozioökonomische Situation an. Es gibt keine Jobs in South Central Los Angeles. Die Schulen dort sind schlecht. Diese Leute brauchen dringend Geld.

Statt Werte zu schaffen, zelebrieren schwarze Musiker das gewalttätige Leben in Ghettos wie South Central.
Smith: Hören Sie mal, wir allen kennen die Probleme unserer Kultur. Wir kennen sie. Wir haben Probleme, weil wir kein Geld haben.

Wer arm ist, behandelt Frauen herablassend? Es gibt kaum einen Rap-Song, in dem Frauen nicht als «bitches» oder «ho’s», also als Huren, verunglimpft werden. Ist das etwa okay?
Smith: Nein, das ist völlig falsch. Ich benutze das B-Wort nie. Es ist entwürdigend. Aber damit verdienen Rapper Geld. Das schnelle Geld übertrumpft leider den Kampf für Freiheit und für gute Schulen.

Verhöhnten Weisse ihre schwarzen Sklaven einst als Nigger, tun das die Schwarzen nun untereinander. Den Weissen aber verbieten sie das N-Wort.
Smith: Das ist richtig so. Das Wort ist ein Zeichen unseres Stolzes. Ich brauche dieses Wort häufig, in privaten Gesprächen, ohne dass es andere hören. Wir haben einen Stolz, eine Kultur, eine Sprachtechnik. Ein N I G G A, ein nigga, ist ein Homeboy. Es gibt keine weisse Homeboys. Deshalb dürfen Weisse einen Schwarzen nie nigga nennen. Innerhalb einer Gruppe kann uns das Wort verbinden, selbst in der Kirche.

Es ist ein seltsamer Stolz, ein Wort zu zelebrieren, das die Schwarzen historisch erniedrigt.
Smith: Klar, es ist erniedrigend. Ich will nicht, dass mich jemand in meinem Haus so nennt. Aber ich verstehe, warum es gebraucht wird. «Ho» oder «bitch» sind anderes. Damit machen wir Frauen zu Tieren. Wenn ich aber jemandem mit «hey nigger» begrüsse, dann meine ich «hallo mein Bruder».

Es herrscht nicht mehr Krieg zwischen Weissen und Schwarzen. Schwarze bringen nun Schwarze um. Warum?
Smith: Wen sollen sie sonst töten? Weisse gehen nicht dorthin, wo Schwarze leben. Es braucht unter den Schwarzen wieder jemanden, der sagt, «macht es endlich anders».

Viele Schwarze hoffen auf Barack Obama. Ist Amerika bereit für einen schwarzen Präsidenten?
Smith: Man hat uns hierher gebracht. Wir leben hier. Was braucht es sonst noch, damit wir bereit sind? Sitzen wir etwa noch immer im Käfig? Natürlich sind wir bereit. Also, Barack, mach, was Du tun musst, damit alle verstehen, dass Schwarze alles tun können.

Wird er der nächste Präsident der USA sein?
Smith: Keine Ahnung. Was immer er erreicht, darf nie vergessen gehen. Dieser Mann ist weiter gekommen als irgendein Schwarzer vor ihm. Obama wird ernst genommen wegen dem, was er getan hat. Er hat geschickt viele politische Gegner aus dem Weg geräumt, er sieht die Dinge von einem humanistischen Standpunkt und fragt nicht, ob jemand weiss oder schwarz ist.

Viele Schwarze fühlen sich vom politischen System der USA ausgegrenzt. Glauben Sie daran?
Smith: Das System funktioniert. Es sind die Leute, die darin arbeiten, die nicht funktionieren. Obama ist einer jener Leute, die dem System gut tun würden. Auch Hillary Clinton gibt ihr Bestes. Einen der beiden müssen wir wählen. Sie sind besser als irgendein Republikaner.