Articles by Peter Hossli, a curious reporter who always finds a good story

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«Ich bin heute etwas glücklicher als früher»

Ein Treffen und ein Gespräch mit Monica Lewinsky.

Von Peter Hossli (Text) und Yvon Baumann (Fotos)

lewinsky_portrait.jpgIn den Medien macht sich Monica Lewinsky rar. Wie ein Wachhund kontrolliert ihre Pressesprecherin Juli Nadler, mit wem sie spricht und vor allem was sie sagt. Anfang Mai stimmte die Ex-Sex-Gespielin von US-Präsident Bill Clinton zu, interviewt und fotografiert zu werden. Sie werde allerding ausschliesslich über ihre Karriere als Geschäftsfrau und Designerin reden. Über die Website www.therealmonica.com verkauft Lewinsky, 27, seit 1999 Taschen.

Aufs ursprünglich geforderte Honorar verzichtete sie. Billig kams trotzdem nicht zu stehen. Lewinsky, einst Praktikantin im Weissen Haus und heute bizarre Berühmtheit, verlangte eine hochbezahlte Friseurin und Visagistin für Haar und Make-up. Eine Stylistin wählte die Kleider für das Treffen aus. Von einer Internet-Firma mieteten wir eine helle und grosszügige Loft am Hudson River. Zu Hause wollte uns Lewinsky nicht empfangen. Sie wünschte, per Limousine von ihrer Wohnung im New Yorker Quartier Greenwich Village abgeholt und nachher wieder dorthin gebracht zu werden. Weil es ihr in der Loft zu heiss war – der Sommer begann in New York heuer unerwartet früh – musste ein Assistent leistungsstarke Ventilatoren besorgen.

Dreieinhalb Stunden lang liess sie sich frisieren und schminken. Lockenwickler und Föhn quollen das Haar auf. Der geblümelte Bademantel schützte sie vor Flecken. Business-like wirkte sie nicht. Die fürs Outfit zuständige Stylisten kleidete Lewinsky mal im schwarzen, mal im roten Top. Dazu trug sie schwarze Bludderhosen. Sie kam ohne Geschäftsanzug.

Monica Lewinsky, mögen Sie es überhaupt noch, fotografiert zu werden und mit Journalisten zu reden?
Monica Lewinsky: (lacht laut) … Ich liebe es. Ich rede gerne darüber, dass ich jetzt eine Designerin und Geschäftsfrau bin.

Sie reden hauptsächlich über ihre Handtaschen. Jetzt drehen Sie zusammen mit dem US-Kabelkanal HBO einen Dokumentarfilm. Um was geht es genau?
Lewinsky: Juli, er fragt mich über den HBO-Film. Was darf ich sagen?
Juli Nadler: Der HBO-Film handelt von der Untersuchung der Affäre. Ausgestrahlt wird er Anfang 2002. Bis dahin ist Monica eine Angestellte von HBO. Über den Inhalt sagt sie nichts.

Schon jetzt sagt HBO, in diesem Film werde eine «neue Monica» zu sehen sein. Was ist neu an Monica Lewinsky?
Lewinsky: Das stimmt nicht. Ich bin die Gleiche geblieben. Seit ich 1999 meine Firma gegründet habe, steht allein das Geschäft im Mittelpunkt meines Lebens.

Die Welt kennt Sie nach wie vor als Star aus den Nachrichtensendungen.
Lewinsky: Ein Star bin ich nicht. Ich bin eine Person, die man kennt. Mein Name und mein Gesicht sind bekannt. Nun bringen die Leute diesen Namen und dieses Gesicht in Verbindung mit einer Designerin von Handtaschen und mit der Geschäftsfrau Lewinsky. That’s so great.

Berühmt sind Sie wegen einer ganz anderen Geschichte…
Lewinsky: …darüber rede ich nicht…

… gut. Es ist ein weiter Weg, vom Weissen Haus zur Handtaschen-Designerin. Wie kamen Sie dazu, ins Modegeschäft einzusteigen?
Lewinsky: Eher zufällig. 1998 brachte mir meine Stiefmutter das Stricken bei. Ich brauchte eine Tasche, um meine Sachen zu transportieren. Geld, um Designer-Taschen aus alten Materialen zu kaufen, hatte ich keines. Ich sagte mir, das kannst Du selber machen. An der High School hatte ich Kostüme entworfen und genäht. Im Laden an der Ecke erstand ich gestreifte und karierte Stoffe und fertigte mir eine Tasche. Sie gefiel allen recht gut. Meine Stiefmutter und meine Freundinnen wollten eine. Dann hatte ich die Idee, auf jede Tasche das Label «Especially Made for You by Monica» zu nähen.

Ein eher sonderbares Markenzeichen. Wie läuft denn das Geschäft?
Lewinsky: Wirklich gut.

Etwas genauer bitte. Wieviele Taschen verkaufen Sie? Wieviele produzieren Sie? Wieviel Umsatz erzielen Sie?
Lewinsky: Wir sind eine Privatfirma und veröffentlich solche Zahlen nicht.

Wie soll ich denn glauben, dass Ihre Firma erfolgreich ist?
Lewinsky: Seit dem 1. September 1999 verkaufen wir Handtaschen übers Internet. Unsere Stärke liegt nach wie vor beim E-Commerce. Ausserdem konnten wir die Präsenz in Boutiquen wie Henri Bendel in New York und Fred Segal in Melrose in Los Angeles stark steigern.

Als Erfolgsausweis genügt mir das nicht.
Lewinsky: Wir expandieren ins Ausland, derzeit nach London und Australien. Deshalb rede ich ja mit ausländischen Journalisten. Wir wollen stark wachsen. Die Märkte ausserhalb der USA sind mir wichtig. Dank dem Internet haben jetzt alle Menschen der Welt nonstop die Möglichkeit, bei mir einzukaufen.

Sie werden im Sommer 28 Jahre alt. Etliche ihrer Altersgenossen haben zum selben Zeitpunkt wie Sie eine Internetfirmen gestartet. Viele sind wieder arbeitslos. Der Enthusiasmus für E-Commerce ist abgeflaut. Wie schwächt das Platzen der Internet-Blase ihr Geschäft?
Lewinsky: Kaum. Der Internet-Hype ist zwar weg. Die Leute surfen und kaufen aber nach wie vor im Web. Deutlich abgenommen hat die Bereitschaft der Investoren, in Internetfirmen zu investieren.

Sie brauchen dringend Geld um zu wachsen. Das ist nicht mehr so flüssig.
Lewinsky: Wir investieren ausschliesslich eigenes Geld. Deshalb betrifft uns das Ende des Internet-Hypes nur am Rand.

In welche Richtung wird sich Ihr Unternehmen entwickeln?
Lewinsky: Wir sind eine junge und neue Firma, und haben endlose Möglichkeiten. Wir wachsen langsam, prüfen aber den raschen Ausbau mit Risikokapital.

Ohne rechte Ausbildung schafften Sie es zur Chefdesignerin Ihrer eigenen Firma. Wie ist das möglich?
Lewinsky: Mich inspiriert vieles. Im vergangenen Sommer sah ich ein Ballett in London. Aufgrund des Bühnenbildes fertigte ich eine Handtasche. Manchmal regen mich ein Spaziergang zum Flohmarkt oder ein simples Stück Stoff an.

Ihre Taschen sind Flickwerke. Hippie-Frauen würden Sie tragen. Was finden Sie dran so speziell?
Lewinsky: Es sind einzigartige Stoffkombinationen. Das Tuch ist robust. Die Taschen verbinden Funktion und Form. Sie sind toll für moderne Frauen. Wir brauchen Dinge, mit denen wir die Hektik des Alltags meistern und die gleichzeitig gut aussehen. Im Übrigen birgt jede Tasche Überraschungen. Man weiss nie, was drin ist. Viele kann man beidseitig tragen.

Sie stellen nur Taschen her. Das scheint ein unsicheres Geschäftsmodell zu sein. Warum expandieren Sie nicht?
Lewinsky: Es ist schwierig zu sagen, wo das alles noch hinführt. Mir schwebt vor, dereinst Ready-to-Wear-Kleider sowie Haushaltprodukte anzubieten.

Wie gross ist ihre Firma?
Lewinsky: Ich habe vier Partner. Wir produzieren hier zu Land, in Louisiana.

Nicht gerade optimal fürs Geschäft. Wäre es nicht günstiger, in Asien oder Lateinamerika zu produzieren?
Lewinsky: Die Herstellungskosten sind tatsächlich sehr hoch. Von Anfang an wollte ich in den USA produzieren. Gemeinen Gerüchte, wir beanspruchten Kinderarbeit, komme ich so zuvor. Wer in den USA produziert, stellt gerecht her.

Das ist naiv. Gegen Donna Karan läuft eine Klage, sie hätte ihre Arbeiter in New York unter gesetzeswidrigen Bedingungen Kleider nähen lassen.
Lewinsky: Davon habe ich gehört. Für mich war das aber nie eine Option.

Sie haben Partner. Wer befiehlt?
Lewinsky: Ich kann nicht alle Entscheide alleine treffen. Bei den wichtigen Fragen bin ich aber stets dabei.

Erfolgreiche Manager besuchen in der Regel Wirtschaftsschulen. Wo haben Sie gelernt, eine Firma zu leiten?
Lewinsky: Das Wissen kommt mit der Erfahrung. Als Kind habe ich am Strassenrand Limonade verkauft. Das war bis dahin meine einzige wirtschaftliche Erfahrung. Einer meiner Partner ist ein ausgebildeter Manager. Von ihm lerne ich.

Als was sehen Sie sich heute?
Lewinsky: Zuerst als junge Frau. Dann als junge Frau, die als Designerin wirkt. Die ist wiederum eine öffentliche Person.

Bezahlen die Taschen ihre gesamten Lebenskosten?
Lewinsky: Nein. Wir reinvestieren ja sämtliche Gewinne in die Firma.

Wovon leben Sie denn?
Lewinsky: Darüber kann ich nicht reden. Ich habe für den englischen Fernsehsender Channel Five Sendungen gemacht.

Sie drehen derzeit einen Dokumentarfilm für HBO. Streben Sie eine Parallelkarriere in den Medien an?
Lewinsky: Meine erste Wahl ist das sicher nicht. Ich weiss nur, dass ich 27 Jahre alt bin und mein Geld selber verdienen muss. Deshalb prüfe ich jedes Angebot.

Was bedeutet Ihnen Geld?
Lewinsky: Extrem viel. Geld gibt mir Optionen und garantiert mein Überleben. Mein Lebensstil ist heute aufwändiger. Ich will das so, und es ist auch notwendig.

Warum ist Ihr Leben so teuer?
Lewinsky: Ich bin gezwungen, in einem bewachten Gebäude zu leben und kann nur noch in der ersten Klasse fliegen.

Ganz freiwillig sind Sie ja nicht in dieser Situation. Bezahlt das jemand?
Lewinsky: Leider nicht. Ich bezahle alles selbst. Ich bin auch kein Filmstar, der 20 Millionen Dollar pro Film kassiert.

Sie drehen jetzt selbst einen Film mit HBO. Warum gerade jetzt?
Lewinsky: Nice try. Kein Kommentar.

Sie hatten hohe Anwaltskosten. Wie geht es Ihnen finanziell?
Juli Nadler: Monica darf nicht über ihre finanzielle Situation reden.
Lewinsky: Sorry.

Schon gut. Seit Sie das Weisse Haus verlassen haben, haben Sie etliche Dinge versucht. So warben Sie für das Schlankheitsinstitut Jenny Craig…
Juli Nadler: … Monica spricht nicht über Jenny Craig…

… lassen Sie mich ausreden. Sie scheinen zufrieden. Wie haben Sie es geschafft, wieder auf die Beine zu kommen?
Lewinsky: Man kann das nicht als «wieder auf den Beinen» beschreiben. Ich habe verschiedene Projekte ausprobiert. Einige funktionierten, andere nicht. Das war enttäuschend. Aber man muss sich auf die guten Sachen konzentrieren. Zum Glück decken sich heute Arbeit und Passion. Es war eine Fehlinterpretation der Medien, dass ich zuviele Projekt verfolgt hätte.

Dann haben Sie die Medien schlecht behandelt?
Lewinsky: Dazu sage ich nichts.

Nicht generell oder bezüglich den juristischen Problemen, sondern hinsichtlich der geschäftlichen Tätigkeiten?
Lewinsky: Wenn ich übers Geschäft rede, werde ich in der Regel gut behandelt. Die Medien interessieren sich wirklich für meine Firma und meine Kollektionen. Es freut mich auch, wenn die Leute sich fragen, wie es mir geht. That’s so lovely.

Viele wundern sich, wie Sie es geschafft haben, sich von diesem ganzen Wulst zu befreien. Sie waren einem enormen Druck ausgesetzt, den die wenigsten aushalten. Das ist beeindruckend.
Lewinsky: … Ich … hmm… Danke. Aber … ich weiss wirklich nicht…

Dann verstummt Monica Lewinsky. Ihr Gesicht erstarrt. Sie ist den Tränen nah. Hilfesuchend blickt sie Ihre Presseagentin. Sie rät ihr, zu sagen, was sie immer sagt. «Wegen Deinen Freunden, Deiner Familie», so Nadler. «Nein, das ist was anderes», antwortet Lewinsky. Sie wirkt zerbrechlich, verletzt, verschwindet minutenlang im Badezimmer. Mit blassen Gesicht kommt sie zurück. Um das Interview nicht abrupt enden zu lassen, schlage ich vor, jetzt die Handtaschen vorzuführen. Sie blühlt auf. Die Handtaschen sind alles, was sie noch hat. Sie führt Frühlings- und Herbstkollektionen vor, schildert nochmals, wie ein Ballettbesuch eine mit Rosen bestickte Tasche hervorbringt. Erklärt, dass jede Tasche in vier Grössen erhältlich sei.

Ihre Taschen sind feminin. Warum designen Sie nichts für uns Männer?
Lewinsky: Viele Männer schickten mir E-Mail und beschwerten sich, sie können nichts kaufen. Für die habe ich jetzt eine schwarze Velokuriertasche aus Nylon entworfen. Da hat auch ein Laptop Platz.

Lesen Sie Ihre eigenen E-Mails?
Lewinsky: Wenn sie an mich adressiert sind, lese ich sie. Antwort geben andere.

Wie kams zum Namen «The Real Monica»? Gibts falsche Monicas?
Lewinsky: Die Sites Monica.com und MonicaInc.com waren schon vergeben. Es ärgerte mich, als sie für eine astronomische Summe angeboten wurden. Mich störte es zu bezahlen. Jemand nahm mir absichtlich etwas we – und profitierte von meinen schwierigen Umständen.

Verabscheuen Sie solche Leute?
Lewinsky: Ich bin froh, nicht so zu sein. Das mag unternehmerisch zwar clever sein, aber er ist ziemlich hinterhältig.

Dann sind Sie wütend auf Leute, die von Ihnen profitieren?
Lewinsky: Das liegt längst hinter mir. Ich habe jetzt dieses hervorragende Geschäft. Der Rest interessiert mich nicht mehr.

Erzielt ihre Firma Gewinne?
Lewinsky: Natürlich.

Wievielen zahlen sie Lohn?
Lewinsky: Fünf bis zehn Leuten. Noch ist die Firma ja klein. Eines Tagen werden wir in einem riesigen Gebäude sein mit Tausenden von Mitarbeitern.

Dann leben Sie den amerikanischen Traum?
Lewinsky: Das würde ich nicht sagen.

Sie liessen sich ihn New York nieder. Wie behandelt Sie die Stadt?
Lewinsky: Grossartig. Ich lebe im gemütlichen West Village. Dort ists charmant.

Die Paparrazi sind sicher lästig.
Lewinsky: Denen entkomme ich mit einem Trick. Ich besuche öffentliche Veranstaltungen, posiere eine Weile für die Fotografen – und habe dann meine Ruhe. Sie lauern nicht mehr vor meinen Haus.

Wie entscheiden Sie, welche öffentliche Veranstaltungen Sie besuchen?
Lewinsky: Hilft ein Event einem Freund oder einer gemeinnützigen Organisation, gehe ich in der Regel hin.

Welche philanthropische Organisationen unterstützen sie?
Lewinsky: Ein Dollar jeder Handtasche spende ich für einen guten Zweck. Die Kundinnen bestimmen, welche Organisation das Geld erhält. Unlängst unterstützte ich ein Event für Aids-Forschung.

Warum machen Sie das? Plagt Sie das schlechte Gewissen?
Lewinsky: Es fühlt sich gut an, Gutes zu tun. Es ist anständig, wenn man gibt.

Dann schulden Sie was?
Lewinsky: (langes Schweigen). Nein.

Sie spenden, weil das in den USA eher Tradition hat als etwa in der Schweiz. Dort sitzen die Leute auf dem Geld…
Lewinsky: … ja, deshalb wollen wir ja alle ein Schweizer Bankkonto.

Haben Sie denn eins?
Lewinsky: Leider nicht.

Kennen Sie die Schweiz?
Lewinsky: Ich war Anfang 1992 in Luzern. Es war lovley.

Es gibt Leute, die sagen, Monica Lewinsky ist nur eine erfolgreiche Geschäftsfrau, weil sie in eine Sexaffäre mit dem Präsidenten involviert war.
Lewinsky: Ich mache mit Zitronen Limonade. Aus zahlreichen Gründen gelangte ich in eine schwierigen Situation. Seither habe ich versucht, all das in etwas Positives zu verwandeln. Ich bin sehr stolz auf mein Geschäft. Es ist erfolgreich, weil wir hart arbeiten und gute Produkte haben. Allein mein Name hätte nicht gereicht.

Ohne Affäre wären sie heute kaum eine Handtaschen-Designerin.
Lewinsky: Sicher. Dafür würde ich Dinge machen, die mir jetzt versagt bleiben.

Was wäre aus Monica Lewinsky ohne die Affäre geworden?
Lewinsky: Einst hatte ich im Sinn, einen Doktortitel in Gerichtspsychologie zu erwerben. Vielleicht mache ich das ja noch.

Sie sind älter, erfahrener. Was bedauern Sie in ihrem Berufsleben?
Lewinsky: Beruflich nichts…

… und privat?
Lewinsky: … oh no. Das beantworte ich nicht. Sorry.

Nichtsdestotrotz sind Sie wegen ihrem Privatleben eine Berühmtheit. Bereitet das Leben als Star Spass?
Lewinsky: (langes Schweigen). Es gibt Aspekte, die ich geniesse. Aber ich wäre viel lieber eine private Person.

Offensichtlich sind Sies nicht.
Lewinsky: Richtig. Ich weiss das.

Was gefällt Ihnen daran?
Lewinsky: Es ist schön, an schöne Parties eingeladen zu werden und einen schönen Tisch im Restaurant zu erhalten. Abgesehen davon… (langes Schweigen).

Was mögen Sie nicht?
Lewinsky: Ich hätte gerne meine Anonymität zurück, wäre lieber die alte Monica.

Die sind Sie nicht. Wie schlagen Sie aus dieser Situation Profit?
Lewinsky: Ich versuche mein Leben ausgeglichen zu gestalten. Zuallererst muss ich meinen Lebensunterhalt bestreiten. Ein Teil davon verdiene ich mit der Tatsche, eine öffentliche Person zu sein.

Werden Sie dauernd von Leuten angerufen, die mit Ihnen ins Geschäft kommen wollen? Wollen alle Monica?
Lewinsky: Die Medien, ja. Anfragen für bezahlte Sachen gibts leider nicht täglich.

Was muss stimmen, damit Sie ein bezahltes Angebot annehmen?
Lewinsky: Ich muss mich wohl fühlen. Trifft das nicht zu, muss zumindest der Preis stimmen. Unangenehmes kostet mehr. Ich bleibe immer integer.

Wie sieht Ihre Integrität aus? Was macht Monica nicht für Geld?
Lewinsky: Vieles, aber ich will nicht Spezifisch werden. Das wäre schlecht fürs Geschäft. Ich will keine potenziellen Angebote im voraus ausschlagen.

Drehen wirs rum. Was macht Monica Lewinsky für Geld?
Lewinsky: Am liebsten würde ich meinen Namen für ausländische Produkte hingeben, im Ausland Werbung machen.

Dann fühlen Sie sich wohler, ausserhalb der USA zu arbeiten?
Lewinsky: (langes Schweigen) Es ist doch schön, wenn man Geld verdient, sich aber nicht selbst am Fernsehen sehen muss.
Juli Nadler: US-Stars werben im Ausland, damit ihr Ansehen und Marktwert zu Hause keinen Schaden nimmt. Europäische Firmen interessieren sich derzeit sehr für Monica. In Europa gilt sie als Vorbild und eine Überlebende.

Warum hat sie denn überlebt?
Juli Nadler: Dazu will Monica nichts sagen. Sie will nur übers Geschäft reden.
Die beiden Dinge sind doch eng miteinander verknüpft. Hätte sie es nicht aus dem Schlamassel geschafft, gebe es keine Handtaschengeschäft. Monica Lewinsky mag ein Vorbild sein, aber die Leute wissen nicht, wie sie eines wurde.
Lewinsky: Ich weiss es auch nicht. Wir haben Stärken, über die wir nichts wissen. Ich erlebte Tragödien und Glückliches. Es fällt mir sehr schwer, über mich selbst zu reden. Täglich arbeite ich sehr hart daran, dass es mir wieder besser geht.
Juli Nadler: Monica hatte zwei Möglichkeiten: a) Sie igelt sich ein und stirbt. b) Sie macht mit Zitronen Limonade. Keine angenehme Wahl. Monica entschied sich, nicht zu sterben. Statt dessen startete sie diese Firma. Das war eine bewusste Entscheidung. Sie konzentriert sich jetzt auf die positiven Aspekte ihres Lebens. Es gelingt, weil sie eine starke Person ist.

Sehen Sie sich als passives Opfer oder als aktive Täterin?
Juli Nadler: Please. Dazu sagt sie nichts.

Al Gore unterlag bei den Wahlen George W. Bush. Es gibt Leute, die sagen, es sei wegen Monica Lewinsky.
Juli Nadler: Monica beantwortet grundsätzlich keine politische Fragen.

Spricht Monica wenigstens über ihr Beziehungsleben?
Lewinsky: I’m dating. Ich hatte ein paar Freunde. Derzeit gehe ich mit mehreren verschiedenen Leuten aus. Nach wie vor suche ich nach dem Richtigen für die feste Beziehung. Ich will unbedingt heiraten und Kinder haben. Das steht zuoberst auf meiner Prioritätenlisten.

Wie bringen Sie Privat- und Geschäftsleben zusammen?
Lewinsky: Ich bin vorsichtiger geworden in meinem Privatleben.

Monica, sind Sie glücklich?
Lewinsky: Ich versuche, zufrieden zu sein. Wirklich glücklich ist ohnehin niemand. Ich bin heute etwas glücklicher als früher.

Weitere Fragen wollte Monica Lewinsky nicht beantworten. Sie schminkte sich ab, bestellte eine Limousine und ging. Als Geschäftsfrau überzeugte sie nicht. Eineinhalb Stunden tat sie so, als ob sich die Welt für ihre Taschen interessiere. Und doch vergassen Lewinsky wie Pressefrau Nadler, der Fotografin die mitgebrachten Accessoires vorzuführen. Skurril: Lewinsky, die nur wegen der Affäre zu Clinton berühmt ist, scheint unfähig das zu akzeptieren oder mit Witz zu begegnen. Charme und Eloquenz fehlen. Statt dessen wirkt sie ängstlich, fragil und psychisch labil. Äusserlich hat sie sich seit dem Akt im Oval Office kaum verändert.

Biografie
Kaum 21, erfüllte sich für Monica Lewinsky ein Traum, den manche junge Amerikanerin hegt – sie erhielt eine Praktikumsstelle im Weissen Haus, an der Seite des mächtigsten Mannes der Welt. Vielen dient die unbezahlte Arbeit auf dem Politparkett Washingtons als berufliches Sprungbrett.

Lewinsky hatte eine Affäre mit ihrem Chef, Präsident Bill Clinton. Bunt triebens die beiden im Oval Office. Sie befriedigte ihn oral, er fummelte bei ihr mit Händen und Zigarren. Am Telefon vertraute Lewinsky ihrer Freundin Linda Tripp die intimen Details an. Tripp, im Verteidigungsministerium angestellt, nahm die Gespräche auf. Die Tonbänder gab sie Sonderermittler Kenneth Starr. Der untersuchte Clintons Verfehlungen in dessen Affäre zu Paula Jones sowie beim Grundstückhändel Whitewater in Arkansas.

Unter Eid wurde der Präsident Ende 1997 von Starr befragt, ob er mit Lewinsky Sex gehabt hatte. Der Präsident stritt es ab – und machte sich des Meineids schuldig. Seine Lüge konnte er aufrecht erhalten, bis Lewinsky den Untersuchungsbeamten ein blaues Gap-Kleid mit Spermaspuren übergab. Ein DNA-Test ergab: Es war präsidiales Ejakulat. Der Kongress leitete gegen Clinton ein Amtsenthebungsverfahren ein. Es endete im Frühling 1999 mit Freispruch. Der in den Medien endlos debattierte Fehltritt Clintons trübte dessen ansonsten erfolgreiche Amtszeit. Lewinsky liess von Diana-Biograf Andrew Morton ein Buch darüber schreiben. Derzeit arbeitetet sie an einem Dokumentarfilm, den der Kabalkanal HBO Anfang 2002 ausstrahlt.

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6 Comments

  1. ML was used by a specific secret-service. They used her naivity and Clintons special weakness to sabotize the peace road in the Middle East.
    A “overseen sign” is the brand of tape recorder used by her girl friend registering 6 hours of blabla - it was a $ 5000 Swiss tape recorder (Nagra) only used by radiostations and secret services…

    Raess Rolf
  2. Es ist nicht schön wegen einer Affäre berühmt zu werden, schwer aus der Opferrolle rauszukommen. Sie hätte versuchen sollen ein Image als femme fatale aufzubauen, aber dazu braucht es sehr viel kraft und selbstvertrauen.

    Gina
  3. also für mich ist sie einfach eine kleine schl…pe die ziemlich geldgierig erscheint…

    rollimaster
  4. Oral sex is funtastic. Why is she not proud of having done it with Mr Clinton? Normal sex may not have been that scandalizing, but it is actually the same. So, she was his lover, it is all about how they made sex. This is ridiculous.
    Of course, it would have been better for both, if they kept it platonic. This is the better way

    Sebastian
  5. sie redet über vieles was sie schlecht macht nicht ! das finde ich nicht so toll …
    das was sie getan hat mit clinton war sehr schlecht auch wenn sie jetzt wieder etwas erfolgreich ist
    was sie getan hat wird nicht so leicht vergessen !!

    Jenny
  6. I like monica and she is really wounderfull and i have a dream to spend some with her and chat with her.
    what he did with mr. president, this his own matter.
    take care monica and God bless u

    Najeeb

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