Yearly Archives: 2003

Protektionierte Schweinehälften

Die deutsch-schweizerische Terminbörse Eurex will nach Chicago. Das passt den Alteingesessenen überhaupt nicht. Die deutsch-schweizerische Terminbörse Eurex will in Chicago einen vollständig elektronischen Handelsplatz für Termingeschäfte eröffnen. Doch die einheimische Konkurrenz kämpft mit allen Mitteln um ihre Pfründen. Nun wehrt sich die Eurex mit US-Methoden - und klagt.

Die Klagewut lässt Apples Kasse klingen

Die Internet-Piraterie kostet die Musikindustrie jährlich zig Milliarden von Dollar. Nun schiebt die Branche einen Riegel vor und klagt die Piraten an – meist junge Studenten und Schülerinnen, die Musik tauschen. Das freut die Anbieter der neuen benutzerfreundlichen legalen Dienste.

Ausgeschlachtet

Dem Popstar Michael Jackson wird Kindsmissbrauch vorgeworfen. Doch das Interesse am Fall verebbt in den USA bereits.

Der schwarze Schatz

Jahrelang wurde die irakische Bevölkerung durch das Uno-Programm «Öl für Lebensmittel» ernährt. Weil nun private Firmen den lukrativen Handel übernehmen wollen, ist ein diplomatisches Gerangel um das irakische Erdöl entbrannt. Die Besatzermacht Amerika versucht die Kriegsgegner Frankreich und Russland auszubremsen. Die Uno wartet ab.

Als Raucher die Würde verloren

In New Yorker Bars und Restaurants darf seit Anfang April nicht mehr geraucht werden. Die Aufregung hält sich in Grenzen.

Viele Sieger und ein Verlierer

Simpson, Lewinsky, Jackson: Warum prominente Opfer für die US-TV-Stationen Millionen von Dollar wert sind. Die Strafklage gegen Popstar Michael Jackson ist ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für die amerikanischen News-Sender. Nichts beschert ihnen höhere Quoten und Werbetarife als Endlosgeschichten über Sex, Stars und Verbrechen.

«Die Republikaner regieren 20 Jahre lang»

Grover Norquist hat Grosses vor. Der Präsident von Americans for Tax Reform will die Regierung halbieren und Amerika zum Steuerparadies erheben. Seine Aussichten auf Erfolg scheinen gut – Norquist gilt als Königsmacher und einflussreichster Berater von George W. Bush. 1998 entschied er, Bush sei der richtige Mann für seine Ziele. Kaum hatte Norquist ihm den Segen erteilte, scharten sich die Konservativen um den politischen Novizen aus Texas.

Die Pillenfahrt nach Kanada

Die Alten und Kranken Amerikas haben genug davon, die weltweit höchsten Preise für Medikamente zu bezahlen. Unterstützt von lokalen Politikern üben sie massiven Druck aus, die Einfuhr weitaus billigeren Arzneien aus Kanada zu erlauben. Die US-Pharmaindustrie fürchtet um ihre Gewinnmargen.

Ein gefundenes Fressen

Auf der Suche nach noch mehr Erfolg: Die kometenhaft aufgestiegene Suchmaschine Google wagt das IPO. Google will an die Börse. Der Run auf die Aktien der Suchmaschine dürfte gigantisch sein. Google ist die Erfolgsstory zweier seriöser Tüftler, die von Beginn weg nur eines im Sinn hatten: ein hervorragendes Produkt anzubieten.

Der Wettkampf um das Copyright

Wer erhält die Rechte am Werk von Leni Riefenstahl? Nach dem Tod der umstrittenen Regisseurin lodert der Streit um ihre Filme wieder auf.

Verstorben, bis auf weiteres

Alcor Thumb
Ewiges Eis in der Wüste von Arizona: Eingelegt in flüssigem Stickstoff harren 58 Tote bei minus 196 Grad ihrer Auferstehung.

Bushs Brückenbauer

Rund 80 Milliarden Dollar kostet der Wiederaufbau Iraks. 20 Milliarden wollen die USA kurzfristig investieren. Zur Freude von George W. Bushs Freunden. Das Geld fliesst in deren Taschen. Sie verheimlichen das nicht einmal.

«Etwas Schönes, egal was es kostet»

Ein New Yorker Vermögensverwalter lässt sich eine der exklusivsten Segeljachten der Welt bauen. Über 80 Millionen Dollar bezahlt er für das Schiff, auf dem er etwa zehn Wochen pro Jahr verbringen wird.

Schwarzenegger braucht einen Taschenrechner

Kalifornien wird seinem Übername gerecht. Das La-La-Land an Amerikas Westküste hievt einen Bodybuilder ohne politische Erfahrung ins Gouverneursamt. Arnold Schwarzenegger dürfte es schwer haben, die enormen Fiskal- und Budgetprobleme zu lösen. Der Sieg bringt Präsident Bush in Verlegenheit.

Das China-Syndrom

China ist Amerikas neuster Prügelknabe. Politiker wie Wirtschaftsführer machen das Land der Mitte und den billigen Yuan verantwortlich für die Arbeitslosigkeit zu Hause. Geeint ist die Front nicht. Viele US-Firmen in China produzieren und profitieren wie die Konsumenten vom tiefen Kurs.

Spieler im Strafraum

Der US-Basketballer Kobe Bryant galt als Saubermann. Jetzt muss ein Richter entscheiden, ob er wegen Vergewaltigung angeklagt wird. Seine Werbekarriere scheint zu Ende.

Ein Clinton mit Disziplin

Mit einem smarten General wollen die Demokraten George. W. Bush aus dem Weissen Haus drängen. Doch Wesley Clarks später Einstieg lässt Zweifel aufkommen, ob er die Vorwahlen gewinnen kann.

Poker statt Tennis

Roger Federer brillierte in Texas. Die Nummer eins in der Weltrangliste scheint in greifbarer Nähe. Verschlossen bleibt ihm aber trotz des Triumphs der lukrative amerikanische Werbemarkt. Es mangelt ihm an Charisma. Hinderlich ist ihm zudem das Schweizer Kreuz.

Der grosse Hahnenkampf um sein bestes Stück

Die Konkurrenten der Potenzpille Viagra machen mobil. An Novartis und Roche läuft das Geschäft jedoch vorbei. Die Marketingschlacht der Pharmakonzerne um die lahmende Manneskraft geht in eine neue Runde. Bayer und Eli Lilly wollen im Milliarden-Markt mitmischen.

Hier funkt es gar nicht mehr

Nicht nur das Stromnetz in den USA erinnert an ein Drittweltland - die Übersicht der gravierendsten Mängel. Der Blackout von letzter Woche war kein Sonderfall: In den USA ist die Infrastruktur überall brüchig. Um die Weltmacht auf den Stand des 21. Jahrhunderts zu bringen, sind mehrere hundert Milliarden Dollar nötig. Doch das Geld für die Modernisierung fehlt.

Ein Prinz im Schatten des Königs

Der Sesselwechsel beim weltweit grössten Finanzhaus, Citigroup, sorgt für Irritationen: Wer hat wirklich das Sagen? Der neue Chef der Citigroup, der Jurist Charles Prince, soll das angekratzte Image der Bank aufpolieren. Das weltweit grösste Finanzhaus dürfte aber auch inskünftig durch Zukäufe wachsen. Zumal der Architekt der Bank, der abtretende CEO Sanford Weill, weiterhin im Hintergrund wirkt.

Starker Tobak für Burger-Brater

Ungesundes Essen: Nach der Tabakindustrie rollt eine Klagewelle auf einen Teil der US-Nahrungsmittelindustrie zu. Amerikas Klägeranwälte nehmen die Nahrungsmittel- und Fastfood-Branche ins Visier. Diese sei schuld an der überbordenden Fettleibigkeit der Amerikaner. Analysten prophezeien McDonald's und Co. dasselbe ruinöse Schicksal wie den Tabakfirmen.

Abrocken in Gottes Namen

Sie nennen sich positive Punks. Sie lassen sich Kreuze tätowieren. Sie huldigen George W. Bush wegen seiner Bibeltreue. Amerikas Jugend fährt auf christlichen Rock ab.

Rote Köpfe beim Kampf um trockene Kehlen

Die Gratisnutzung einer Wasserquelle am Lake Michigan provoziert den Widerstand der Bevölkerung gegen Nestlé. Am Lake Michigan füllt Nestlé jährlich eine Milliarde Liter Seewasser ab und verkauft es als «Ice Mountain Water». Nestlé bezahlt dafür keinen Dollar. Die Region reagiert nun mit Klagen und Boykotten. Der Konzern reagiert gelassen.

Der wahre Architekt von Ground Zero

Der Architekt David Childs ersetzt Daniel Libeskind als federführender Bauherr am Ground Zero. Der Wechsel zeigt: In New York befiehlt, wer zahlt.

Was das Leben der Clintons wert ist

Hillary Clintons Autobiografie sorgt für die dringend nötigen Dollars. Die Memoiren der einstigen First Lady Hillary Clinton schlagen alle Rekorde. Sie scheint damit zweierlei zu beabsichtigen: Die Rückkehr ins Weisse Haus - sowie die Tilgung ihrer Schulden.

Viele Kanäle und doch keine Vielfalt

Die US-Behörden geben grünes Licht für eine weitere Konzentration in der Medienbranche. Künftig dürfen US-Medienkonglomerate fast beliebig viele Zeitungen, Fernseh- und Radiosender besitzen. Eine notwendige Lockerung, jubeln die grossen Medienkonzerne. Das Ende der medialen Vielfalt in den USA, beklagen Konsumentenorganisationen und CNN-Gründer Ted Turner.

Ein Hund namens Buddy

Monica Lewinsky führt am amerikanischen Fernsehen durch eine Dating-Show. Ihr neuster Versuch, dem präsidialen Blowjob zu entrinnen, misslingt.

Der Schweizer in Den Haag

Valentin Zellweger ist der einzige Schweizer am Internationalen Strafgerichtshof (ICC). Der Jurist startet als Stabschef in Den Haag mit vielen Vorschusslorbeeren.

«Kinder im Schleckwarenladen»

Die Klägeranwälte von geprellten Investoren freuen sich ausgiebig über die faktenreiche Vorarbeit von Eliot Spitzer. Falsche Aktienanalysen kosten die Investmentbanken an der Wallstreet rund 1,4 Milliarden Dollar - vorerst. Mit dem Vergleich ist die Sache nicht ausgestanden. Eine Klagewelle ist im Anzug. Die Forderungen geschädigter Anleger könnten 40 Milliarden Dollar erreichen.

«Anleger geschlachtet wie die Schafe»

Mit 1,4 Milliarden Dollar kaufen sich zehn Wall-Street-Banken von einer Strafklage frei. Betroffen sind auch die US-Töchter von UBS und CS. Der Vergleich hat für die Banken Peinliches ans Tageslicht gerückt. Private Anwälte wollen ihre Zivilklagen nun weiterziehen.

Eine Win-Win-Story

Das Kalkül ist aufgegangen, die mediale Schlacht am Golf gewonnen. Die patriotisch gesinnten US-Medien verbrüderten sich mit dem Militär. Verloren hat das amerikanische Publikum – statt Kontext erhielt es einen Infobrei.

Inszenierter Sieg am Golf

Patriotisch gesinnte US-Medien verbrüderten sich mit dem Militär, sendeten saubere Bilder ohne Hintergrundinformationen - und erzielten Traumquoten.

Abschied von der Demokratie?

In den USA vertieft sich die soziale Kluft: Die Oberschicht regiert, die Unterschicht kämpft im Irak ums Überleben. Die US-Demokratie ist brüchig geworden. Eine finanzstarke Oligarchie kontrolliert Wahlen und Medien und beschenkt sich selbst mit deftigen Steuerkürzungen. Im Irak hingegen haben jene den Kopf für Amerika hingehalten, die zu Hause kaum mehr eine Chance haben.

Der Ruf nach Boykott wird lauter

In den USA geraten Anbieter französischer und deutscher Produkte zunehmend unter Druck. In der Schweiz wird zwar viel von Boykott geredet, aber die Konsumenten verzichten nur ungern auf typische US-Produkte wie Coca-Cola und Hamburger.

Retter des brennenden Schatzes

Sobald die Kampfgebiete gesichert sind, schlägt ihre Stunde. Hoch bezahlte Spezialisten trainieren in den USA seit Monaten das Löschen von Ölquellen.

Porträt: Haim Saban

Haim Saban übernimmt die Trümmer des Kirch-Konzerns. Mit ihm betritt ein taffer amerikanischer Unternehmer das deutsche Fernsehparkett. Er ist bekannt für seine tiefen Löhne und soll vom Personal alles abverlangen. Reich geworden ist er mit einer kontroversen TV-Serie für Kinder – und perfektem Timing.

Ladehemmungen

Late-Night Satire verboten: Die US-Talker sind mundtot. Harald Schmidt setzt einen pazifistischen Gegenpunkt.

Die Schule des Kriegs

Sie kommen als Teenager und gehen als Leutnants, bereit für den Krieg. West Point, die Kaderschmiede der US-Armee, ist gefragter denn je.

Il posto delle bombe

Siamo entrati nella fabbrica in Oklahoma che sforna a pieno regime gli ordigni convenzionali destinati all'attacco a Baghdad. Qui dal 1943 la produzione per conto del governo degli Usa non si è mai fermata. E oggi mille patriottici dipendenti stanno facendo gli straordinari.

Building America’s Bomb

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Saddam Hussein was their enemy. So when the bombs started falling on Iraq, the workers in America’s largest ammunition factory did extra shifts.

Das Megafon der Muslime

Täglich berichtet al-Dschasira live aus den USA. Ein Besuche beim Ableger des umstrittenen arabischen TV-Senders im Feindesland.

Amerika – das Land der verblassten Rententräume

«Mit 49 können Sie in Rente gehen», versprachen die Banken. Dann kam der Crash. Für alte Amerikaner hat der Börsenkollaps dramatische Folgen. Deren in Aktien angelegtes Altersguthaben hat sich stark dezimiert. Statt in Florida Golf zu spielen, bleiben die Senioren im kalten Norden und braten für McDonald's Hamburger.

Im Tank in die Ewigkeit

Alcor Thumb
Nach dem Tod lassen sie sich tiefkühlen: Die Kunden der US-Firma Alcor wollen ihre Auferstehung. Das Geschäft boomt.

Ein Witz

Um private Klagen in den USA zu begleichen, legt die Credit Suisse Group 450 Millionen Dollar zur Seite. Ein einflussreicher Klägeranwalt bezeichnet die Summe als «Witz».