Die Generika-Lobby profitiert vom US-Wahljahr. Unter dem Eindruck explodierender Gesundheitskosten sollen in den USA die preisgünstigen Nachahmermedikamente nicht länger behindert werden.
Peter Shukat verwaltet den Nachlass von Stars wie Lennon, Marley und Picasso. Dank seinen Verhandlungen gibts jetzt alle Miles-Davis-Konzerte aus Montreux auf CD.
Hossli.com,
8. August 2002
Leni Riefenstahl über das Altwerden, den Tod, die Schweiz und Woody Allen.
Leni Riefenstahl wird am 22. August 100. Die Unverbesserliche ist kein bisschen müde und bringt am Geburtstag ihren ersten Film seit 48 Jahren in deutsche Kinos.
Die grossen Unternehmen müssen wieder schlank und rank werden.
Der Worldcom-Kollaps beendet eine Phase virtuellen Wachstums. Mit irrwitzigen Fusionen und kolossalen Übernahmen statt echter Innovation versuchten US-Firmen in den Neunzigerjahren ihre Umsätze aufzublähen. Es entstanden so unbewegliche wie unübersichtliche Konglomerate, die jetzt gigantische Schuldenberge hinterlassen. Besonders im Hightech- und im Medienbereich ist bald mit Firmenteilungen zu rechnen.
Die Einwohner New Yorks dürfen mitreden, was an Stelle der eingestürzten Twin Towers gebaut werden soll.
Gemeinsame Geschäfte von Reynolds und Bush empören Vereinigte Staaten. Die Glaubwürdigkeit von US-Präsident George W. Bush bröckelt so rasch wie der Dow-Jones-Aktienindex. Ihm wird vorgeworfen, sein Vermögen als Unternehmer durch Insidergeschäfte gemacht zu haben. In die Schusslinie gerät jetzt sein damaliger Förderer Mercer Reynolds. Der wirkt mittlerweile als US-Botschafter in Bern.
Längst sind es nicht nur geschädigte oder vermeintlich geschädigte Patienten, welche in den USA gegen Pharmakonzerne klagen. Inzwischen gehen auch die meisten Bundesstaaten gegen sie vor.
Die europäische Pharmaindustrie ziehts in die USA, wo alles besser sein soll. Doch dort wird sie von «europäischen Verhältnissen» überrascht: Konsumentenschützer und Politiker machen mobil gegen zu teure Originalprodukte. Die USA gelten als gelobtes Land der Pharmaindustrie. Kein anderer Pillenmarkt ist so gross und so lukrativ. Doch der Wind hat gedreht: Das Wachstum flacht ab, Patente laufen aus, neue Medikamente fehlen. Just in dieser schwierigen Lage wehren sich Konsumenten, Krankenkassen, Politiker und US-Bundesstaaten gegen überrissene Preise.
Lange ignorierte Bush jr. den Vertrauensverlust in die US-Wirtschaft wegen der Manipulationen. Jetzt regt sich was. Der Präsident wettert gegen willkürliche Unternehmer und verspricht Abhilfe. Zu spät, sagen seine Kritiker. George W. Bush mangle es an einer griffigen Wirtschaftspolitik. Er sei mitschuldig am Vertrauensverlust in die US-Wirtschaft - zumal er als Geschäftsmann selbst in Bilanzfälschungen involviert gewesen war.
Ed Fagan müssen die Banken nicht fürchten - Hausfeld schon. Michael Hausfeld gilt als Schrecken der Wirtschaft: Er vertrat Opfer des havarierten Tankers «Exxon Valdez» in Alaska und verhalf Patienten, die an der Wirkung der Diätpille Fen-Phen erkrankten, zu Millionen. Nun will er Schweizer und US-Banken wegen deren Geschäftstätigkeit in Südafrika verklagen. Rechtsexperten geben ihm gute Chancen.
Der umstrittene Wirkstoff PPA beschert in den USA mehreren Pharmaunternehmen eine Klagenflut. Ein banales Erkältungsmittel bringt in den USA Novartis in die Bredouille. Obgleich Alternativen vorhanden waren, verzichtete der Pharmakonzern zu spät auf den umstrittenen Wirkstoff dieses Schnupfenmittels. Es wird gar mit Todesfällen in Verbindung gebracht. Nun hagelt es Klagen.
Müssen nach dem Merrill-Lynch-Vergleich auch CS und UBS Millionen zahlen? Das grosse Reinemachen an der Wallstreet geht weiter: Der 100-Millionen-Dollar-Vergleich zwischen Merrill Lynch und dem Staat New York ist bloss ein Zwischenhalt. Der New Yorker Staatsanwalt hat auch UBS und CS ins Visier genommen.
Das Münsinger Möbelunternehmen USM will den Umsatz in den USA verdreifachen. Der Schweizer Möbelhersteller USM versucht in den USA den Spagat: Ein nachhaltiger und kostspieliger Klassiker soll die Büros schnelllebiger amerikanischer Firmen ausstatten.
Die einstigen Ölbarone in der Bush-Administration betreiben ihr ehemaliges Geschäft heute als US-Politik. Die Sorge um die steigende Ölimport-Abhängigkeit reduziert die gesamte Aussenpolitik der USA auf die Sicherung und Erschliessung neuer Ölgebiete. Immerhin hat Präsident Bush die richtigen Leute dazu. Zahlreiche Mitglieder der US-Regierung kamen, wie er selbst, direkt vom Ölfeld.
US-Schauspieler Robert Blake soll seine Frau getötet haben: Ein Fressen für die TV-Meute.
Von Peter Hossli (Text) und Robert Huber (Foto)
Richard Meier, wo waren Sie am 11. September?
Richard Meier: Zu Hause, als das erste Flugzeug ...
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